Im Innersten der Stollen ist die Luft zum Ersticken. Es gibt einige Kilometer unter der Erde keine Lüftungsschächte; der Geruch, der hier immer vorherrscht, ist eine Mischung aus Kautschuk, Karbid, Moder, menschlichem Schweiß und Tod.
Wenn das deutsche Volk nicht wußte, was in den Konzentrationslagern vorging, dann deshalb, weil es nichts wissen wollte, denn es war zwangsläufig unterrichtet, sei es durch die Soldaten, die gleichzeitig mit der SS unsere Aufseher waren, sei es durch die Zivilarbeiter, die uns bei der Arbeit kommandierten und die passive Zeugen der Massaker waren, für die wir bestimmt waren.
Wenn wir auch unter der Zivilbevölkerung oder den Militärs einige Beispiele der Menschlichkeit gefunden haben, so sind sie nicht zahlreich genug, um das Ausmaß an Leid aufzuwiegen, das uns zugefügt wurde.
Bernard Aldebert
Jean-Bernard Aldebert wurde 1909 in Saint Étienne in Frankreich geboren, studierte an der Kunstakademie und arbeitete als Cartoonist für die Zeitschrift »Ric et Rac«. 1939 gründete er in Lyon die Zeitschrift »La Dent de Lyon«. 1943 glaubte die Gestapo, in einer Figur aus »Ric et Rac« eine Karikatur Hitlers zu erkennen, Aldebert wurde am 15. November 1943 verhaftet, nach Compiègne deportiert, von dort nach Buchenwald, Mauthausen, Gusen I und schließlich Gusen II geschickt. Erst am 22. August 1945 kehrte er wieder nach Frankreich heim, wo er sogleich seine Erfahrungen aufzeichnete. Der »Kreuzweg in 50 Stationen« erschien bereits 1946 im Verlag Fayard.
Nach seiner Rückkehr nach Paris übersiedelt, arbeitete Aldebert für verschiedene Zeitschriften, darunter »Ici-Paris«, »France-Dimanche«, »Jours de France «, etc. Er war Mitglied der »Académie Rabelais« und veröffentlichte zahlreiche Cartoon-Alben. Bernard Aldebert verstarb am 27. April 1974.
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