Mitinitiator des Projektes "Die Wiener Gutenberg-Bibel auf CD-ROM" ist der in Purkersdorf bei Wien ansässige Verlag Brüder Hollinek. Als Herausgeber der Zeitschrift "Codices Manuscripti" (seit 1988) und in Zusammenarbeit mit der Handschriftensammlung der Österreichischen Nationalbibliothek entschloss man sich 1998 zum Pionierprojekt "Admonter Riesenbibel". Die CD-ROM ist das erste elektronische Faksimile weltweit, das neben der bloßen Darstellung der prächtigen Blätter auch Optionen wie Kontrast-, Helligkeitsverstellung, Vergrößerung, Erstellung von Ausschnitten, Vermessen von Details, Einbindung von eigenen Notizen und Kommentaren bietet. Mit dieser Entwicklung erhalten wesentlich breitere Kreise aus Wissenschaft, Forschung, Kunst und Kultur Einsichten in überaus schonungsbedürftige Originale. Das Faksimile und die erwähnten Bearbeitungswerkzeuge verstärken den Fokus auf das Objekt und stellen damit einen bedeutenden Beitrag zur europäischen Geschichtsforschung dar. Als Folgewerk erscheint bei Brüder Hollinek in Kürze die CD-ROM "Guilelmus Durandus, Rationale divinorum oficiorum", acht Bücher (Handschriften) des französischen Theologen Guillaume Durant (1230/31-1296), samt kodikologischer und kunsthistorischer Einführung von Dr. Andreas Fingernagel. Während oben beschriebene CD-ROM eher für die Fachwelt bestimmt sind, ist das vorliegende elektronische Faksimile der Gutenberg-Bibel durchaus für die allgemeine Öffentlichkeit bestimmt. Sie enthält keinen wissenschaftlichen Kommentar und weniger Bearbeitungswerkzeuge. Anlässlich der DRUPA 2000 werden hochauflösende Scans der beiden Prachtbände mittels Digitaldrucktechnik von Xerox auch auf Papier gebracht. Die schönsten Seiten der Wiener Gutenberg-Bibel erleben damit ihre zweite Auflage.