Die Literaturwissenschaft bewertet komische Texte — oft ohne es zu merken. Begriffe wie „Hochkomik“ und „Trivialkomik“ wirken wie neutrale Kategorien, sind aber Produkte sozialer Positionierungskämpfe. Dabei begann „Hochkomik“ als trojanisches Pferd: ein strategischer Neologismus, mit dem sich die Neue Frankfurter Schule Zugang zum Feuilleton und zur Wissenschaft verschaffte, während „Trivialkomik“ trotz etymologischer Neutralität die Abwertungsdynamik ihres Stammbegriffs nie abschütteln konnte.
Diese Studie unterzieht den komischen Wertungsdiskurs einer kritischen Revision und erprobt ihre Argumente an Marc-Uwe Klings „Känguru“-Trilogie, deren Komik jede hierarchische Klassifikation sprengt. Was daraus folgt ist ein Plädoyer für einen grundlegend neuen Umgang mit komischer Literatur.
Carolin Haupt
Hochkomik Robert Gernhardt Satire Trivialkomik Neue Frankfurter Schule