Die international bedeutendste Design-Hochschule nach dem Bauhaus, die „Hochschule für Gestaltung Ulm“, unterhielt seit 1962 eine eigene Filmabteilung. Die Lehrer: Alexander Kluge und Edgar Reitz. Zentrale Bestandteile der Ausbildung waren der Autoren-Gedanke, die Parameterlehre der Kamera sowie das Miniaturen-Prinzip. Heute erhalten die Miniaturen neue Bedeutung im Hinblick auf non-lineare Dramaturgien, die Parameterlehre kann als Vorübung für Computeranimation und –simulation gelten. Die Doppel-DVD Edition enthält beispielhafte Miniaturen und Filme.
Ulmer Dramaturgien - Filme des Instituts für Filmgestaltung
Hrsg: Günther Hörmann, Günter Merkle
Die international bedeutendste Design-Hochschule nach dem Bauhaus, die „Hochschule für Gestaltung Ulm“, unterhielt seit 1962 eine eigene Filmabteilung. Die Lehrer: Alexander Kluge und Edgar Reitz. Zentrale Bestandteile der Ausbildung waren der Autoren-Gedanke, die Parameterlehre der Kamera sowie das Miniaturen-Prinzip. Heute erhalten die Miniaturen neue Bedeutung im Hinblick auf non-lineare Dramaturgien, die Parameterlehre kann als Vorübung für Computeranimation und –simulation gelten. Die Doppel-DVD Edition enthält beispielhafte Miniaturen und Filme.
2 DVD, s/w + Farbe, 291 Min., Booklet, Bestnr. 8022
Die international bedeutendste Design-Hochschule nach dem Bauhaus, die „Hochschule für Gestaltung Ulm“, unterhielt seit 1962 eine eigene Filmabteilung. Die Lehrer: Alexander Kluge und Edgar Reitz.
1962 von Alexander Kluge und Edgar Reitz gegründet, war die Abteilung für Filmstaltung an der Hochschule für Gestaltung Ulm eine der frühesten Einrichtungen für Filmausbildung und Filmtheorie in der Bundesrepublik. Forderungen des „Oberhausener Manifests“, Konzepte der „Nouvelle Vague“, der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule und Überlegungen, die an der Ulmer Hochschule für Gestaltung zu einem neuen Typ des Gestalters angestellt wurden, gehörten zu den konzeptionellen und kulturpolitischen Grundpfeilern ihrer Gründung.
Die zentralen Bestandteile des Ulmer Konzepts für Filmausbildung waren: das Autoren-Konzept, ein Interesse an Erkenntnis und Aufklärung, die Weiterentwicklung der filmischen Darstellungs- und Erzählformen. Die wichtigsten filmästhetischen Innovationen, die von der Abteilung für Filmgestaltung erarbeitet und perfektioniert wurden, waren die Parameterlehre der Kamera und das Miniaturenprinzip.
Bei der Parameterlehre der Kamera ging es um die kleinste Einheit des Films, die so genannte Einstellung. Was ist eine Filmaufnahme? Woraus setzt sie sich zusammen? Zwischen einem Bruchteil einer Sekunde und einigen Minuten liegt das kleinste Bauelement des Films, die Einstellung. In ihr vereinigen sich alle Möglichkeiten der Bild- und Tonaufnahme: Ereignis, Kamera, Licht, Dauer, Ton. Die technischen Möglichkeiten und die veränderbaren Grössen, die eine Einstellung bilden, wurden zusammengefasst in eine Parameterlehre.
Als Miniaturen bezeichnete man kleine, dramatische oder informative Darstellungs- und Ausdrucksformen, aus denen sich Filme zusammensetzen können. Die Übungen verfolgten den Zweck, das Ausdrucks- und Realisationsvermögen der Studierenden zu trainieren. Mit optimal wenigen Einstellungen sollte eine filmische Aussage formuliert werden. Entwickelt wurden fünf Typen von Miniaturen: einfache, extensive und intensive Erzählweise, Wechsel zwischen extensiver und intensiver Erzählweise, mehrschichtige Darstellung. Diese filmischen Miniaturen mit ihren jeweils unterschiedlichen Gestaltungsmethoden sollten in ihrer Summierung und Verschränkung eine neue dramaturgische Form ergeben, in der Filme über lange Strecken erzählen können, ohne dass eine klassische dramaturgische Steigerung zur Aufrechterhaltung der Spannung erforderlich ist.
Nach den Kameraübungen und Filmminiaturen, die sich stark an einer methodischen Vorgehensweise orientierten, kam es für die Studierenden bei ihren längeren Filmen (Dokumentar- und Kurzspielfilmen), darauf an, das inhaltliche und formale Wissen an einem grösseren, selbstausgedachten Filmvorhaben zu erproben und weiterzuentwickeln.
Neue Aktualität erhalten die in den 60er Jahren an der Ulmer Hochschule für Gestaltung entwickelten Filmkonzepte (Parameterlehre der Kamera und Miniaturentechnik) in Zusammenhang mit den neuen digitalen Medien (Computeranimation, -simulation, Multimedia-Systeme, interaktives Video/Fernsehen). Die unterschiedlichen Parameter der realen Film- und Fernsehkamera werden bei Computeranimation und -simulation systematisiert in Form einer virtuellen Kamera eingesetzt. Filmische Miniaturen - in sich geschlossene audiovisuelle Sinneinheiten, die in unterschiedlicher Reihenfolge rezipiert werden können, sind konzeptioneller Bestandteil der neuen non-linearen Dramaturgien, bei denen der Rezipient zum aktiven Gestalter seiner „eigenen“ Filme, Videos und Fernsehsendungen werden kann.
Mit 33 Filmen von
Jeanine Meerapfel
Ula Stöckl
Claudia von Alemann
Marion Zemann
Reinhard Kahn
Michel Leiner
Günther Hörmann
Peter Schubert
Frieder Mayrhofer
Brian Wood
Wilfried E. Reinke
Brian Wood
Lothar Spree
Oimel Mai
Mit êinem ausführlichen Booklet
Bonusfilm: Die Zauberlehrlinge von Ulm (1960) 12:10
Bonusfilm: Ausschnitte aus Interviews mit Absolventen des Filminstitutes für Filmgestaltung an der HfG: Lothar Spree und Jeanine Meerapfel, von Peter Schubert und Günther Hörmann (1995) 18:00 Min.
WARNHINWEIS: Ungefährlich
Günther Hörmann
Designhochschule Alexander Kluge Edgar Reitz Autoren-Konzept Parameterlehre Miniaturen-Prinzip