Berthold Wiedersich Wiedersich Wohlstand und Neoliberalismus

Wohlstand und Neoliberalismus

von Berthold Wiedersich

Krise der Demokratie / Elektronisierung – Geschäft, Macht / Vereinigte Staaten von Europa / Änderung und Zerstörung der Lebensgrundlagen

EUR 10,99

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Beschreibung

Im neuen Kapitalismus ist der Mensch nur Humankapital, die Umwelt Kostenfaktor oder Gewinnmöglichkeit. Im Zentrum steht das Vermögen weniger, die Demokratie stört und verfällt. Die Bevölkerungszahl steigt, die Ressourcen werden knapp.
Nach dem Ende des Kommunismus triumphierte der Kapitalismus, und die Ideologie des Neoliberalismus ist dabei, sich mit der zu ihr gehörenden Globalisierungsidee den gesamten Globus zu unterwerfen. Jedes Leben und jeder Lebensbereich besitzt entsprechend der Marktgesetze einen pekuniären Wert. Am gewinnträchtigsten Ort wird produziert, ungeachtet der natürlichen Verhältnisse und der gesellschaftlichen Bedingungen, zudem wird der Mensch durch Maschinen ersetzt. Zu den Folgen gehören Arbeitslosigkeit, prekäre Verhältnisse und billiges geliehenes Geld, das Wohlstand vorgaukelt. Dieser wilde Kapitalismus schuf die Eurokrise bzw. die Finanzkrise. Die umfassende Konkurrenzsituation und die hohe Schuldenlast forcieren den Wohlstandabbau und den Rückbau des Regelwerks der bis vor kurzem der sozialen Marktwirtschaft verpflichteten Wirtschaft. Statistiken und Studien zeigen die großangelegte Umschichtung des Wohlstands hin zu einer dünnen Oberschicht. Die Finanzwirtschaft ist in die Politik eingedrungen, das Streben nach größtmöglichem Profit lässt keine Rücksicht auf menschliche Belange, auf Natur und den politisch mitbestimmenden Bürger zu. Ideologie und bewusst geschaffene Zwänge bestimmen den Weg, filtern aus Eigeninteresse Informationen für die Bürger, Fehleinschätzungen folgen. Die Demokratie wandelt sich zur unbeeinflussbaren Oligarchie. Das EU-Parlament hat kaum Gewicht, die Mächtigen in Brüssel sind unwählbar, die Gestaltung Europas durch die Bürger ist nicht vorgesehen, es findet keine Diskussion zur Schaffung der Konstruktion der Vereinigten Staaten von Europa statt, eines Konglomerats sehr ungleicher Länder. Noch kein solches Staatsgebilde war von Dauer, Abspaltungsbestrebungen vieler Regionen zeigen die Brüchigkeit. Für das neoliberale System ist es sinnvoll, wenn jeder Bürger vollkommen gläsern ist. Die totale Überwachung sichert System und Regierung, nützt dem Kommerz durch Bespitzelung der Konkurrenz, katalogisiert die Bürger zur besseren Vermarktung. Der neoliberalen Idee verpflichtet, ermöglicht die EU vormals undenkbare unseriöse Geschäfte. Die hemmungslos gewordene Finanzindustrie schuf auch für sie selbst undurchschaubare Produkte und fiel auf sich selbst herein. Die Gewinne der Finanzfirmen und Anleger sind privat, die Verluste werden sozialisiert, gesellschaftliche Ungleichheit und Konkurrenzdruck steigen. Der Wohlstand sinkt, die Informalisierung der Wirtschaft schreitet voran, öffentliche Dienstleistungen werden teurer oder gestrichen, für Zukunftsinvestitionen fehlt das Geld. Die Bildung wird nivelliert und billiger, für Forschung bleibt wenig übrig, asiatische Länder und die USA beginnen davonzuziehen. Deutschland, eines der innovativsten Länder, einst mit sehr gutem Bildungssektor, fällt zurück. Die große Menschenmasse konnte nur durch billige Energie entstehen. Doch diese wird trotz Fracking schneller unerschwinglich als verbreitet wird und der derzeitige Preis vermuten lässt. Knappe Rohstoffe, teure Energie sind nicht einkalkuliert, und wir zerreißen die ökologischen Netzwerke, auf die wir angewiesen sind. China kauft aus Mangel an eigenem Ackerland weite Flächen in Afrika auf, die Flüchtlingsströme steigen an, das Klima ändert sich, v. a. durch uns, die Folgen sind vielfältig und sehr ernst. Die Bevölkerungsexplosion schafft Zustände jenseits der Existenzmöglichkeit, und kein Land ist auf die vielen sich ergebenden Probleme vorbereitet. Was alle angeht, muss demokratisch bestimmt werden, jenseits der Profitsucht.

Autor*in

Berthold Wiedersich
Studium - und Abschluss - der Geographie, Geologie, später, im Beruf, kam die Ökologie hinzu. Aus Interesse Volkswirtschaft und Soziologie.

Themen in »Wohlstand und Neoliberalismus«

Informalisierung Demokratie Migration Neoliberalismus Elektronisierung Ökologie Nahrungsmittel Wohlstandsumverteilung Vereinigte Staaten von Europa Klimaänderung Bevölkerungswachstum Globalisierung Eurokrise Finanzkrise Arbeitslosigkeit

Stimmen zu »Wohlstand und Neoliberalismus«

Details

ISBN: 9783847699101
Verlag: neobooks
Erscheinung: 08.07.2015

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