Die unglaublich schöne Nadine ist drogenabhängig. Vom scheuen, überaus anständigen Robert, erhofft sie sich Hilfe. Robert ist ihr sofort verfallen und verlässt seinen tugendhaften Weg. Zu allem Übel begegnet er Henry, dem verbalen Brandstifter.
„Henrys Gift“ beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Kulturen und Religionen, in einem von der Politik vernachlässigten Hamburger Stadtteil.
Über den Inhalt
Henry, ein rüstiger Frühpensionär mittleren Alters, lehnt praktisch alles ab, was nicht exakt seinen Vorstellungen einer zivilisierten Gemeinschaft entspricht. Seit er in einem Hamburger Problemviertel wohnt, wird sein Bild eines geordneten Lebens einer äußerst harten Probe unterzogen. Seine Missbilligung trifft insbesondere die Zuwanderer, die sich seiner Kultur partout nicht anpassen wollen.
Robert und Nadine könnten unterschiedlicher kaum sein. Er, grundsolide, unscheinbar und schüchtern, hat sich bis zur Selbstaufgabe in die nicht nur bildschöne, sondern auch sehr selbstbewusste Nadine verliebt.
Für sie ist Robert aber nur der Strohhalm, den sie als vielleicht letzte Rettung braucht, um bei ihm Unterschlupf zu finden und sich endlich vom Kokain zu befreien. Sie treffen eine Vereinbarung, die ihr einen langsamen Ausstieg ermöglicht.
Als ihm jedoch das Geld ausgeht, um Nadine weiterhin mit der Droge zu versorgen, stiehlt er es an seinem Arbeitsplatz.
Da Nadine an dem verhängnisvollen Tag aber schon zu lange auf ihr Kokain wartet, macht sie sich hinter seinem Rücken auf die Suche nach dem Dealer.
Als sie ihn tatsächlich findet, ist sie schon stark vom Entzug gezeichnet. Hassan, der ihre Verfassung sofort richtig deutet, nutzt die Lage hemmungslos aus und nötigt sie, außer es mit ihm, auch noch mit zwei weiteren Männern gleichzeitig zu treiben.
Beim wiederholten Treffen mit Hassan willigt sie zwar ein, wieder mit ihm ins Bett zu gehen, weigert sich aber, als er die anderen Männer wieder dabei haben will.
Daraufhin schlägt er sie brutal nieder und will sie mit einem Seil fesseln, um sie sich gefügig zu machen. In ihrer Not greift Sie nach einem Schraubenzieher und sticht in panischer Angst auf ihn ein.
Kopflos stürzt sie aus dem Keller und bemerkt in ihrer Verwirrung nicht, dass Robert sie aus der Nähe beobachtet.
Robert war durch Nadines verändertes Verhalten misstrauisch geworden. Er vermutete, dass sie einen Weg gefunden hatte, ohne seine Hilfe an Drogen zu kommen. Für ihn lag nahe, dass sie Hassan ausfindig gemacht hatte.
Als er sie tatsächlich, in einer schamlosen Aufmachung zu Hassan gehen sieht, werden seine Träume von einer gemeinsamen Zukunft, brutal in jämmerlich kleine Scherben zerschlagen.
Bei Helga im Café entfachen Henrys zynische Reden mittlerweile heftige Diskussionen, die mit Roberts geschundener Seele ein verhängnisvolles Bündnis eingehen. Permanent richtet Henry seine verbalen Angriffe gegen alles, was ihm suspekt erscheint. Fortwährend geht es dabei um kulturelle Unterwanderung und Glaubensfragen. Ob Christen, Muslime oder Buddhisten, sie alle bekommen ihr Fett ab. Wobei er die Türken zu seinen Lieblingsopfern auserkoren hat.
In Roberts überfordertem Seelenleben treffen die Hassreden auf fruchtbaren Boden. Eine verhängnisvolle Saat geht auf.
Seine Wut über Hassans Verbrechen an Nadine, steigert sich zu Wahnvorstellungen, bis er völlig außer Kontrolle gerät und in Hassans Keller Feuer legt.
Auf diese Weise, glaubt er ihn seiner gerechten Strafe zuzuführen und der Tatort verschwindet mitsamt dem Drogenhändler und Frauenschänder.
Klaus Plüg