Der namenlose Erzähler wähnt sich in Sicherheit. Auch wenn seine Taten schrecklich waren, kann er nun ganz offen über sie sprechen. Denn er ist ein Perfektionist, dem keine Fehler unterlaufen.
"Valentin" gehört zur Sammlung "Arabesken", die der Autor als Hommage an Edgar Allan Poe versteht. Inspiriert vom Stil des amerikanischen Schriftstellers kombiniert Christian Sidjani die altertümliche Sprache mit den Phänomenen der Moderne.
In abgeklärter, geradezu perfide verkopfter Sprache berichtet der namenlose Erzähler von seinen Untaten, die er im Namen der Kunst verübte. Und mit der Quälerei von Tieren beginnen seine Ausführungen erst.
"Schreiben zu können, heißt nicht, alles zu wissen. Darum bedarf es Erfahrungen, um wissen zu können, worüber man schreibt. Diese einfache Tatsache mag noch jedem einleuchten, aber man muss sich auch damit auseinandersetzen, was dies für den Schreibenden bedeutet, möchte er nicht nur von Arbeit, Fernseher, Chats, kurz dem Alltag berichten. Der Schreibende ist aufgefordert, seinen Schreibplatz des öfteren zu verlassen, sich der Welt um ihn auszuliefern oder, wie in meinem Fall, die Welt ihm auszuliefern. Er muss sich Erfahrungen beschaffen, ganz gleich, um welchen Preis. Wenn er nicht den Mut dafür aufbringt, bleibt sein Schreiben zum Scheitern verurteilt."
Christian Sidjani