Ich sitze an meinem Schreibtisch und kann doch nicht arbeiten. Ein Name geht mir dauernd durch den Kopf, kreist darin wie ein wild gewordener Hamster, gefangen in meinem Schädel. PARKINSON!
Als ich die Diagnose Parkinson hörte, war ich mir über dessen Bedeutung zuerst nicht ganz im Klaren. Erst im Laufe der Zeit wurde mir der Ernst der Lage bewusst. Ich hatte das Glück, dass Parkinson sich zaghaft bei mir entwickelte, aber heute weiß ich, dass damals diese Krankheit schon seit zehn Jahren in mir steckte. Die Schulterschmerzen waren so heftig und ausdauernd gewesen, dass der Orthopäde eine Szintigraphie veranlasste. Er hat dann, leider, die falsche Diagnose gestellt und mich, mit dem Hinweis mehr Gymnastik zu betreiben, als gesund entlassen. Die zunehmende Starrheit meines Gesichts „bitte mehr lächeln“, war ein Symptom und die allgemeine Verlangsamung meiner Handlungen, die ich auf mein gemütliches Gemüt zurückführte, ein anderes.
Kurz vor dem Bezug meiner Erwerbunfähigkeitsrente sprach ich mit einem älteren Herrn über meine Zukunftsangst und er sagte mir:
„Sie gehen goldenen Zeiten entgegen.“
Ich fragte ihn, ob er es ironisch meinte, aber es war sein voller Ernst.
Heute weiß ich, dass er Recht hatte, denn ich habe sieben Jahre Arbeitszeit geschenkt bekommen. Zeit, die ich zusammen mit meiner lieben Frau verbringen konnte. Zeit, die ich für meine privaten Ziele nutzen durfte.
Parkinson war nie mein Freund und wird es nie werden, dafür nervt er mich zu sehr, aber ich habe ihm eine der schönsten Zeiten meines Lebens zu verdanken.
Ich habe mich mit dieser Krankheit nicht abgefunden und werde nicht so schnell resignieren. Der Kampf geht weiter, Stunde um Stunde, Tag um Tag, solange mich meine schlurfenden Füße tragen.
Francis Madrid