22 Stunden in deutscher Geisel-Haft.
Berlin, Alexanderplatz, 13. April 2014, 12.38 Uhr. Kurz klingelt es an der Tür des Appartements. Da ich mit dem Eintreffen der Freundin meiner Frau rechne, der Türspion von aussen verdeckt wird, sage ich spassig: „Halt, Polizei! Finger vom Durchblick, andernfalls muss ich Sie verhaften!“ Als Antwort erhalte ich gut hörbar: „Die Polizei ist hier draussen! Öffnen Sie unverzüglich die Tür!“ Da mir die Dringlichkeit der Aufforderung bewusst ist, schliesse ich – obwohl lediglich in Unterhosen steckend – die Pforte auf und sehe zwei vollständig adjustierte Polizisten vor mir. Beide tragen schuss- und stichfeste Westen, Bomberjacken, Armee-Stiefel, Handschellen, Pfefferspray, Schlagstöcke und halten die Schusshand an die offenbar entsicherte Waffe. „Herr Landon, zu Ihnen wollen wir.“, spricht der kleinere der beiden Ordnungshüter. Kurz antworte ich mit: „Ja? Was liegt an?“ Gereizt antwortet der bis eben noch untätige Kollege unter Vorhaltung eines tiefroten Papiers: „Ich habe hier einen gültigen Haftbefehl gegen Sie in Händen. Dürfen wir eintreten?“
Tom LANDON
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