Anita Eichholz verdichtet die Erinnerungen Baronin Künßbergs zu spannender Zeitgeschichte.
Geboren in Siethen, einem kleinen Ort in der Mark Brandenburg, wächst Irmgard von Badewitz auf. Den prägenden Gestalten ihrer Jugend, ihren Eltern und Großeltern widmet sie liebevolle kleine Charakterstudien. Um die Erinnerung an ihre alte Heimat in Schloss Siethen für ihre Kinder und die Nachwelt zu bewahren, beschreibt sie das Alltagsleben in Schloss und Dorf Siethen. Nach behüteter Kindheit und Ausbildung als Sängerin beschließt sie, Krankenschwester zu werden. Die sozialen Umwälzungen des Ersten Weltkriegs werfen ihre Schatten voraus.
Im Jahr 1926 heiratet sie Max Freiherrn von Künßberg, der ihr in Schloss Wernstein, dem Stammsitz des fränkischen Uradelsgeschlechts, eine neue Heimat bietet. Baron Max, aus Tradition Forstwirt von Beruf, versteht und unterstützt ihre künstlerischen Interessen. Irmgard von Künßberg berichtet von gesellschaftlichen Kontakten in den 1930er Jahren in der weitläufigen Verwandtschaft und im Umkreis der Familie Wagner in Bayreuth. Mit Sorge beobachtet sie den aufkommenden Nationalsozialismus. Es wird deutlich, wie infam die neuen politischen Kräfte das Leben in der von Feudalherrschaft geprägten Umgebung verändern. Exemplarisch wird deutlich, mit welchen Verlusten durch Krieg und Zerstörung die Menschen dieser Generation fertig werden mussten. Und wie die politischen Gegensätze wie ein Riss durch ihre familiären Bindungen gingen.
Gleichzeitig zeigen die "Lebensbilder aus Siethen und Wernstein", welcher Hilfsbereitschaft sich in Notzeiten entwickelten. In Schloss Wernstein fanden nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 zahlreiche Flüchtlinge eine erste Zuflucht. Dazu gehört auch Anita Eichholz, damals noch ein Baby, mit ihrer Familie.
Herausgeberin und Mitautorin Dr. phil. Anita Eichholz verwandelt die Erinnerungen ihrer Patentante in ein spannendes Stück Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts. Das Buch enthält zahlreiche Fotos aus Familienbesitz, ein Nachwort der Herausgeberin und ein umfangreiches Personenregister.
Anita Eichholz
Anita Eichholz wuchs in Schloss Wernstein in Oberfranken in der Familie ihrer Patentante Irmgard Freifrau von Künßberg (1898-1996) auf. Sie besuchte die Dorfschule in Veitlahm, dann das Mädchenrealgymnasium in Kulmbach. Abitur am Theodolinden-Realgymnasium München. Sprachstudium am SDI und sozialwissenschaftliches Studium an der LMU München. Promotion im Fach Amerikanische Kulturgeschichte. Ab 1980 freie Mitarbeiterin beim Bayerischen Fernsehen. Zahlreiche Filmdokumentationen (Buch und Regie) in den Bereichen Literatur, Kunst, Kulturpolitik, Kulturgeschichte, Geschichte und Zeitgeschichte. Ab 2009 freie Autorin und Übersetzerin. Ehrenamtliche Tätigkeit für die Griechische Erziehungsgesellschaft e.V. Veröffentlichungsliste und Filmografie www.anita-eichholz.de
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