Umfangreiche literaturwissenschaftliche Analyse
»Er ist wie ein Faß, wo der Böttcher vergessen hat, die Reifen festzuschlagen, da läuft’s denn auf allen Seiten heraus.« Goethes metaphorisches Urteil über Achim von Arnim gibt uns einen ersten Hinweis auf die Problematik eines verkannten Schriftstellers der Romantik: bizarr und verstiegen – das sind wohl die Attribute, mit denen seine Werke auch heute noch gebrandmarkt sind. Dies ist ein Umstand, der einen tieferen Zugang zum Schaffen des Autos erschwert. Da ist es kein Wunder, wie Heinrich Heine feststellte, dass er »Im Volke ganz unbekannt geblieben ist…«. So ist auch Arnims Erzählung »Der tolle Invalide auf dem Fort Ratonneau« aus dem Jahre 1818 bisher wenig von der literaturwissenschaftlichen Forschung beachtet worden, obwohl es ein Schmelztiegel romantischer (Schreib-)Kunst ist. Die vorliegende Studienarbeit, die im Jahre 2010 am Institut für Germanistik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg entstand, ist eine umfangreiche Interpretation des »tollen Invaliden«. Die literaturwissenschaftliche Analyse berücksichtigt historische und biografische Daten und zieht intertextuelle, narratologische und poetologische Konzepte zur Deutung heran.
Sebastian Wendt
Dr. med. Sebastian Wendt, B.A., DTM, Jahrgang 1987, Studium der Humanmedizin, Kulturwissenschaften (Schwerpunkt: Germanistik, Philosophie), Toxikologie und Umweltwissenschaften an den Universitäten in Magdeburg, Leipzig und Koblenz-Landau. Seit 2022 Oberarzt am Universitätsklinikum Halle (Saale).
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