Das neue stilometrische Programmpaket R wurde auf das Werk Shakespeares bis etwa 1599 und die apokryphen Texte angewendet. Viele große Shakespearedramen besitzen Vorläufer, die der Feder des jungen Shakespeare entstammen und ein Muster ständiger Revisionen aufzeigen, deren Endprodukte der Nachwelt in Form der ersten Folioausgabe von 1623 erhalten geblieben ist. Abgesehen von den Folgerungen für die Biographie Shakespeares, der bereits in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre als Dramatiker erfolgreich in London tätig war, ergeben sich neue Rahmenbedingungen für die Datierung der Texte und die Umwertung bisheriger Zuordnungen der Literaturkritik.
Völlig neu entdeckt wurden die kollaborativen Beiträge Samuel Rowleys, aber auch die enge Zusammenarbeit Shakespeares mit Thomas Kyd. Neue Argumente sowie Bestätigungen ergaben sich für Edward III, Edmund Ironside, Fair Em, Mucedorus und die drei Chroniken Thomas Lord Cromwell, Sir John Oldcastle und Sir Thomas More.
Autorenidentität konnte nachgewiesen werden für das Verhältnis von Richard III zu The True Tragedy of Richard III, King John zu The Troublesome Reign of King John, und King Leir zu King Lear. The first part of Richard II, auch als Thomas of Woodstock bekannt ist auf Samuel Rowley zurückzuführen. Lediglich der fünfte Akt stammt von Shakespeare und Marlowe, woraus sich auch Marlowebezüge in Richard II als Rückgriff auf gemeinsames Archivmaterial erklären. Mit 247 Farbgrafiken anstelle von seitenlangen Tabellen sind die vorgenommenen Autorenzuordnungen unmittelbar einsichtig und in ihrem Ergebnis nachvollziehbar. Dieser erste Band dürfte zahlreiche neue Aktivitäten von Literaturwissenschaftlern und Forschern auslösen.
Das speziell für literarische Texte neu entwickelte und mit umfassenden Funktionen ausgestattete stilometrische Analyseprogramm R fand erstmalig kompetente Anwendung auf Shakespeares Dramen bis ca 1599 und auf die apokryphen Texte dieses Zeitraums.
Das hervorstechende Ergebnis dieses ersten Bandes ist der unzweifelhafte Nachweis der frühen Autorenschaft Shakespeares für eine Reihe von Dramen, die der Nachwelt als Quartodruck oder durch die erste Folioausgabe von 1623 bekannt geworden sind, tatsächlich aber Vorläufer von geringerer Komplexität und Qualität hatten. Insbesondere die Datierungsbezüge zwischen Richard III und The True Tragedy of Richard III, King John und The Troublesome Reign of King John und King Lear zu King Leir sowie Henry V und The Famous Victories of Henry V geben im Verbund mit den kollaborativen Beziehungsgeflechten der relevanten Dramatiker des Zeitraums der achtziger und neunziger Jahre des 16. Jahrhunderts Anlass zur Neubewertung der Biographie Shakespeares und seiner Entwicklung als Dramatiker.
Völlig neu entdeckt wurden die kollaborativen Beiträge Samuel Rowleys, aber auch die enge Zusammenarbeit Shakespeares mit Thomas Kyd. Neue Argumente sowie Bestätigungen ergaben sich für Edward III, Edmund Ironside, Fair Em, Mucedorus und die drei Chroniken Thomas Lord Cromwell, Sir John Oldcastle und Sir Thomas More.
The first part of Richard II, auch als Thomas of Woodstock bekannt ist auf Samuel Rowley zurückzuführen. Lediglich der fünfte Akt stammt von Shakespeare und Marlowe, woraus sich auch Marlowebezüge in Richard II als Rückgriff auf gemeinsames Archivmaterial erklären.
In der Autorenschaftsdebatte setzt dieser Band mit seinen Ergebnissen neue Maßstäbe und gibt Literaturwissenschaftlern vielfältige Impulse für zukünftige Forschungsaktivitäten.
248 Abbildungen, davon 217 in Farbe sorgen dafür, dass nicht nur Experten einen Gewinn davontragen, sondern alle Shakespeare-interessierte den leicht zugänglichen Beschreibungen und Illustrationen folgen können.
Hartmut Ilsemann
Apokryphen Autorenschaft Shakespeare Stilometrie