Der »Todestango« gilt als eines der bekanntesten und meistgespielten Musikstücke in Konzentrationslagern – tatsächlich jedoch hat es ihn nie gegeben.
Der »Todestango« gehört zu den rätselhaftesten Kompositionen, die in Konzentrations- und Vernichtungslagern der SS entstanden sein sollen. Bislang wurden zu diesem angeblich meistgespielten Stück des Zwangsarbeits- und Durchgangslagers Lemberg-Janowska keine Noten gefunden und kein Nachweis seiner Existenz geführt. Dirk E. Dietz legt auf Basis einer breiten Quellenlage dar, dass es einen »Todestango« nie gab und sich schon in den Erinnerungen Überlebender keine authentischen Spuren hierzu finden lassen — ein Lehrstück, wie Legenden entstehen, in die Erinnerung eindringen, sich verbreiten und schließlich zu »Tatsachen« verfestigen.
Dirk E. Dietz
Dirk E. Dietz ist Journalist, Tangotänzer und Historiker. Er beschäftigt sich seit Jahren mit Tango-Musik und -Literatur.
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