How are politics, emotions and gender interwoven? Stefanie Pilzweger tells the story of the West-German generation of '68 as a »history of feelings,« showing that emotions motivated the actions of the political activists and significantly shaped the historical progression of the social movement. She analyzes the student movement as a male-coded culture of protest and feeling: since male protagonists dominated the protest milieu of the time in terms of numbers and utterances, »masculine« emotional rules were also able to establish themselves as constitutive for the collective emotional balance.
Auf welche Art sind Politik, Emotionen und Geschlecht miteinander verflochten? Diese »Gefühlsgeschichte« der maskulin codierten bundesdeutschen 68er-Bewegung gibt Aufschluss.
Wie sind Politik, Emotionen und Geschlecht miteinander verflochten? Stefanie Pilzweger erzählt die Geschichte der bundesdeutschen 68er-Bewegung als »Gefühlsgeschichte« und zeigt so, dass Emotionen das Handeln der politischen Aktivisten motivierten und den historischen Verlauf der sozialen Bewegung maßgeblich prägten. Sie analysiert die Studentenbewegung als eine männlich codierte Protest- und Gefühlskultur: Da männliche Akteure das zeitgenössische Protestmilieu zahlenmäßig und inhaltlich dominierten, konnten sich auch »maskuline« Gefühlsregeln als konstitutiv für den kollektiven Emotionshaushalt durchsetzen.
Stefanie Pilzweger
Stefanie Pilzweger (Dr. phil.), geb. 1985, ist als Wissenschaftliche Referentin an der KZ-Gedenkstätte Dachau tätig. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in der Geschichte des Nationalsozialismus und der bundesdeutschen Nachkriegsjahrzehnte aus geschlechter-, emotions- und erinnerungshistorischer Perspektive.
68er-Bewegung Movement of 1968 Masculinity Männlichkeit Gender Gender Politik Politics Protest Protest Emotionen Emotions Kommune I Kommune I 1968
»Stefanie Pilzweger hat eine gut recherchierte, sehr überzeugend in kulturtheoretische Überlegungen eingebettete zeitgeschichtliche Arbeit vorgelegt, die mit kritischer Verve den Nexus von Männlichkeit und Emotionalisierung in der Bewegung von 1968 neu belichtet. Es wäre den Ergebnissen ihrer sehr anregend geschriebenen Sicht auf die Bewegung eine breite Rezeption in der Forschungsdiskussion zu kollektiver Emotionalisierung und Gender zu wünschen.«
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Besprochen in:http://antjeschrupp.com, 18.03.2016H-Soz-u-Kult, 11.01.2017, Knud AndresenGerman Studies Review, 40/3 (2017), Joachim C. Häberlen
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»Die Autorin [leistet] einen außerordentlich gut fundierten und originellen Beitrag zum Verständnis dieser politischen Mobilisierungsprozesse.«
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»Die Arbeit [lädt] dazu ein, den komplexen Emotionshaushalt männlicher Protestakteure zu entdecken.«
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