Enactment beschreibt das erneute In-Szene-Setzen früher emotionaler Modellszenen und Beziehungsmuster, die auf paradoxe Weise eine biografische Bedeutung für Patient*in und Therapeut*in haben. Das Konzept taucht in nahezu allen zeitgenössischen psychodynamischen Schulen auf. Jens Tiedemann betrachtet das Enactment aus der Perspektive der zeitgenössischen Psychoanalyse und veranschaulicht anhand verschiedener Fallbeispiele seine klinisch-praktische Relevanz.
Enactment beschreibt das erneute In-Szene-Setzen früher emotionaler Modellszenen und Beziehungsmuster, die auf paradoxe Weise eine biografische Bedeutung für Patient*in und Therapeut*in haben. Letztere werden in einer Weise involviert, die sie nicht beabsichtigt hatten. Trotz bester Absichten verfangen sie sich in eben jenem relationalen Netz, das sie zu erforschen anregen möchten.
Das Konzept Enactment taucht in nahezu allen zeitgenössischen psychodynamischen Schulen auf, aber speziell in der relationalen Psychoanalyse steht es im Zentrum des theoretischen und klinischen Interesses. Die subtile Interdependenz von Übertragung und Gegenübertragung wird in dieser ko-konstruierten Beziehung neu gedacht. Jens Tiedemann betrachtet das Enactment aus der Perspektive der zeitgenössischen Psychoanalyse und veranschaulicht anhand verschiedener Fallbeispiele seine klinisch-praktische Relevanz.
Jens L. Tiedemann
Jens L. Tiedemann ist psychologischer Psychotherapeut, Psychoanalytiker und Körperpsychotherapeut, Supervisor, Lehranalytiker und Dozent (DGPT) an mehreren psychoanalytischen/psychotherapeutischen Ausbildungsinstituten.
Studium der Psychologie an der FU Berlin, Promotion in klinischer Psychologie. Mehrere Jahre in Suchtkliniken gearbeitet. Unterschiedliche körperpsychotherapeutische Ausbildungen; Ausbildung in Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie, Approbation, zweite Fachkunde in analytischer Psychotherapie. Niedergelassen seit über zwanzig Jahren in Berlin-Kreuzberg.
Seit zwei Jahrzehnten besteht sein Forschungsinteresse vornehmlich an Themen der zeitgenössischen Psychoanalyse: Scham, Affektregulierung, Trauma und Dissoziation, die Rolle des Körpers in der Psychoanalyse, relationale und psychoanalytische Feldtheorien. Hierzu hat er national und international etliche Vorträge, Seminare und Workshops gegeben.
(Stand: Juli 2025)
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