In den 1950er und 1960er Jahren wurden in der DDR fast 40.000 Plätze zur wochenweisen Fremdbetreuung von Kindern im Alter zwischen sechs Wochen und drei Jahren geschaffen. Wochenweise bedeutete, dass diese Kinder Tag und Nacht in der Einrichtung verblieben und ein Kontakt zu ihren Eltern nur am Wochenende möglich war. Die Geschichte der Wochenkrippen und die Entwicklung der dort untergebrachten Kinder wird von den Autor*innen aus verschiedenen Perspektiven nachgezeichnet und in den Kontext aktueller Forschungsergebnisse gesetzt. Dabei richtet sich der Blick auch auf vergleichbare Einrichtungen jenseits der Grenzen der damaligen DDR.
In den 1950er und 1960er Jahren wurden in der DDR fast 40.000 Plätze zur wochenweisen Fremdbetreuung von Kindern im Alter zwischen sechs Wochen und drei Jahren geschaffen. Wochenweise bedeutete, dass diese Kinder Tag und Nacht in der Einrichtung verblieben und ein Kontakt zu ihren Eltern nur am Wochenende möglich war. Diese intensive Betreuungsform war eine Voraussetzung dafür, dass die Arbeitskraft der Frauen uneingeschränkt dem Aufbau der DDR zur Verfügung stand. Jedoch passte es auch zum ideologischen Hintergrund, bereits die Jüngsten durch eine umfassende kollektive Erziehung zu einer »sozialistischen Persönlichkeit« zu formen - mit teils lebenslangen Folgen für die Kinder.
Die Geschichte der Wochenkrippen und die Entwicklung der dort untergebrachten Kinder wird von den Autor*innen aus verschiedenen Perspektiven nachgezeichnet und in den Kontext aktueller Forschungsergebnisse gesetzt. Dabei richtet sich der Blick auch auf vergleichbare Einrichtungen jenseits der Grenzen der damaligen DDR. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse sind nicht nur für die persönliche und therapeutische Aufarbeitung der ehemaligen Wochenkrippenkinder relevant, sondern auch vor dem gegenwärtigen Hintergrund der 24-Stunden-Kita-Angebote und der Heimeinrichtungen im Rahmen der Jugendhilfe.
Mit Beiträgen von Felix Berth, Maya Böhm, Eva Flemming, Agathe Israel, Christian Jakubaszek, Stefanie Knorr, Patricia Lannen, Karsten Laudien, Sophie Linz, Heike Liebsch, Florian von Rosenberg, Antje Schunke, Carsten Spitzer, Jaroslav Šturma und Susanne Vogel
- Aktueller Informationsstand zur institutionalisierten Fremdbetreuung in Wochenkrippen und Säuglingsheimen
- Essenziell für die persönliche und therapeutische Aufarbeitung
- Praxisrelevant für Sozialpädagog*innen, Erzieher*innen, Ärzt*innen und Therapeut*innen
Heike Liebsch
Heike Liebsch hat an der TU Dresden Philosophie studiert und an der HS Fulda einen Master Soziale Arbeit/Gemeindepsychiatrie erworben. Seit 1990 arbeitet sie im Bereich der Erwachsenenbildung. Als Historikerin forscht und publiziert sie vorrangig zu jüdischer Lokalgeschichte, jüdischen Friedhöfen und Biografien. Seit 2016 befasst sie sich aus sozialwissenschaftlicher und historischer Sicht mit dem Thema der Wochenkrippen- und Wochenheimkinder in der DDR. 2023 promovierte Sie zum Thema »Wochenkinder in der DDR« an der Universität Erfurt.
Stand: August 2023
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