Das Menschliche neu entdecken: haitianische Literatur und die Poetiken des Körpers.
Wo Menschen einst auf ihre Körper reduziert und per Gesetz zu Objekten erklärt wurden, rückt die haitianische Literatur den Körper ins Zentrum einer Neubestimmung des Menschlichen: In ihm verschränken sich Schmerz und Begehren, Erinnerung und Leerstellen, Widerspenstigkeit und Utopie. Jenseits von Exotisierung und Miserabilismus erschließt Johanna Nuber das wenig beachtete literarische Feld Haitis. Im Dialog mit Karibikforschung, postkolonialer Theorie und Black Studies rekonstruiert sie haitianische Körperpoetiken als Herausforderung etablierter Vorstellungen von Freiheit und Subjekt und positioniert sie als unverzichtbaren Bezugspunkt gegenwärtiger Debatten über Humanität.
Johanna Nuber
Johanna Nuber studierte Anthropologie und Literaturwissenschaft in Berlin und São Paulo und promovierte in der Romanistik im Bereich der Karibikstudien. Seit 2023 lehrt sie deutschsprachige Literatur an der Universidade Federal do Ceará in Brasilien und leitet das Kulturprogramm der Kulturgesellschaft Fortaleza.
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