Die Geschichte moderner Gesellschaft als Geschichte von »Grenzgängen«: Selbstvergewisserung, Normierung und Zuordnung in liminalen Räumen des 20. und 21. Jahrhunderts.
Grenzen strukturieren nicht nur die Ordnung von Landschaft und Herrschaft, sondern auch von Gesellschaft. Als soziale Konstrukte vereindeutigen sie Zustände, öffnen aber auch Räume für Aushandlungen und Überschreitungen. In der Moderne dienten praktische und metaphorische »Grenzgänge« dazu, Beziehungen, die Verhältnisse gesellschaftlicher Teilsysteme und die Reichweite von Normen zu klären. Die Beiträger*innen schauen auf die Denkfigur des »Grenzgangs«, die es ermöglicht, zentrale Fragen moderner Gesellschaften zusammenzudenken: Gewaltvolle Identitätskämpfe, der Umgang mit funktionaler Differenzierung und mit der Fragilität von Werten und Wissen offenbaren sich als Praktiken, mit denen Grenzen gezogen, überquert oder ausgehandelt wurden.
Hannah Ahlheim
Hannah Ahlheim, geb. 1978, ist Professorin für Zeitgeschichte an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Sie lehrte u.a. an der Humboldt-Universität zu Berlin und in Göttingen. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören die Geschichte des Nationalsozialismus, die Geschichte des Antisemitismus und die transatlantische Geschichte des Schlafs.
Border Grenze Contemporary History Zeitgeschichte Modernity Moderne 20th Century 20. Jahrhundert 21st Century 21. Jahrhundert Ideologie Ideology Gewalt Violence Identität
»Auch wenn die Unterschiede zwischen Ziehen, Überschreiten und Aushandeln fließend sind, so überzeugt die Komposition des Sammelbandes mit theoretisch fundierten und empirisch aufschlussreichen Beiträgen. Die breite Palette an methodischen […], ebenso wie die unterschiedlichen zeitlichen Zusammenhänge zeigen die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten verschiedener Grenzbegriffe und -bedeutungen und die Möglichkeiten diese gelungen zusammenzubinden.«
()