Sonderlinge der Medizingeschichte oder »backroom scientists«? Eine Berufsgeschichte der Moulagenfertigung zwischen Kunst, Handwerk und Wissenschaft.
Moulagen – plastische Krankheitsdarstellungen – waren wichtige Dokumentations- und Lehrobjekte der Medizin. Die Moulagenbildner*innen galten in der Medizingeschichte oft als skurrile Außenseiter*innen, deren Arbeit von alchemistisch anmutender Geheimnistuerei umgeben war. Henrik Eßler widmet sich erstmals der Berufsgeschichte dieser unterschätzten Spezialist*innen. Dabei stellt er einerseits die Bedeutung der Moulage heraus, die weit über eine »naturgetreue« Nachbildung hinausging. Andererseits rückt er die Stellung der Moulagenbildner*innen im wissenschaftlichen Arbeitsprozess in ein neues Licht: Sie waren nicht nur ausführendes Organ, sondern Kooperationspartner*innen im Forschungszusammenhang.
Henrik Eßler
Henrik Eßler (M.A.), geb. 1982, ist Kurator am Medizinhistorischen Museum Hamburg und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Der Sozial- und Wirtschaftshistoriker forscht und publiziert zu materiellen Kulturen der Medizin, zur historischen Berufsforschung im Gesundheitswesen und zu Hygiene-Diskursen im Städtebau.
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»Es liegt [...] eine Berufsgeschichte vor, welche die Forschung zu medizinischen Visualisierungen durch ihren Fokus auf die Moulagenbilder*innen auch um neue Perspektiven auf Moulagen und Fragen der Wissensproduktion ergänzt und damit eine grundlegende Arbeit für den gesamten Themenbereich bildet.«
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»Durch ihre sinnvolle Verortung zwischen Wissenschaftsgeschichte und Historisierung des soziologischen Berufskonzepts überzeugt die Arbeit auch in theoretischer Hinsicht.«
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