Nonchalance as an Aesthetic Attitude. The »New Munich Group« (German: Neue Münchner Gruppe) and their critical-casual cinematography.
Nonchalance als ästhetische Haltung. Die »Neue Münchner Gruppe« und ihre kritisch-gelassene Filmkunst.
In den Sechzigerjahren war die »Neue Münchner Gruppe« eine der interessantesten Strömungen im deutschen Kino. Marco Abel hebt in seiner Untersuchung den Affekt der Nonchalance dieser Filme hervor und stellt ihn als eine ästhetische Haltung dar, die eine linke Attitüde verkörperte, die nicht nur die »politische Linke« der Zeit von links kritisierte, sondern auch die aufkommenden neoliberalen sozialen Veränderungen in spielerischer Weise einer kritischen Betrachtung preisgab. Für diese erstmalige Analyse lässt er auch die Filmemacher selbst zu Wort kommen.
Marco Abel
Marco Abel (Dr. phil.), geb. 1969, ist Professor für Anglistik und Filmwissenschaft an der University of Nebraska, USA. Seine Monographie The Counter-Cinema of the Berlin School (Camden House, 2013) wurde von der German Studies Association mit dem DAAD Preis für das beste Buch ausgezeichnet (2014). Im Herbst 2019 war er Dirk Ippen Fellow an der American Academy in Berlin.
Film Film German Cinema Deutsches Kino Filmgeschichte Film History Neue Münchner Gruppe New Munic Group Neoliberalism Neoliberalismus Gesellschaftskritik Critique of Society Politische Linke Political Left Movie Culture
Besprochen in:Cargo, 63 (2024), Lukas FoersterRheinpfalz, 17.01.2025, Harald Mühlbeyerepd Film, 7 (2025), Frank ArnoldRay, 2 (2025), Harald Mühlbeyer
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»Abel füllt eine Lücke in der deutschen Filmgeschichte, denn die Neue Münchner Gruppe wurde oft unterschlagen und höchstens als kleiner Nebenzweig des Neuen Deutschen Films angesehen.«
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»Abels Buch [ist] nicht nur ein ambitioniertes und mit Freude geschriebenes Stück Filmgeschichte, sondern auch ein lebhafter Beitrag zu einer Kulturgeschichte der Bundesrepublik.«
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»With a good dose of luck and support, Abel’s interviews and analyses have laid a foundation for future researchers to help validate, evaluate, and even rescue all corners of German film history.«
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»Die ›Neue Münchner Gruppe‹ ist vielleicht die interessanteste Bewegung des westdeutschen Nachkriegkinos, weil ihre Ausgangspunkte, ihre Vektoren allem zuwiderlaufen, was das akklamierte Autorenkino damals und heute propagiert. Hier gibt es Exerzitien in Coolness bis zu einer Art edelgeistiger Beinah-Gleichgültigkeit, der ›Dilettantismus‹ lebt in den Filmen als Kreativmacht, Marquard Bohm und Werner Enke u.v.a. zeigen uns einige der originellsten Schauspielerleistungen West Germanys. Marco Abel packt die Gruppenwelle an, verortet sie für eine Zukunft des Kinos, differenziert ihre führenden Figuren. Es kann keine wichtigere Veröffentlichung zur deutschen Filmgeschichte in den letzten Jahren geben.«
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»Mit zugriffssicherem Gespür für radikale Lässigkeit führt uns Marco Abel an die Randzonen der dominanten Repräsentationsregime. Dort richtet er den Blick auf die affektiven Bereiche einer Kinokultur, die sich nicht im Entweder-Oder verliert, sondern sich lustvoll ins Alles-Zugleich stürzt. In Gesprächen und Analysen erschließt Abel die Filme der Neuen Münchner Gruppe als vom Leben genährte Ereignisse, aus deren Widersprüchen und Reibungen bis heute die Funken sprühen. Abels Studie ist eine unverzichtbare Lektüre für alle, die die Komplexität und Subtilität des deutschen Kinos der 1960er und 1970er Jahre erfassen möchten. Wer sich für die Vielfalt und den Innovationsgeist des deutschen Filmschaffens interessiert, kommt an diesem klugen Buch nicht vorbei.«
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