Ungleichheit in der Kunst: Wie werden Differenzverhältnisse präsentiert und rezipiert? Eine machtkritische Analyse von Videoarbeiten über marginalisierte Personen.
Zeitgenössische Medienarbeiten über soziale Krisensituationen zeigen häufig marginalisierte Personen, die als gleichberechtigte Subjekte adressiert werden. Ihre dokumentarische Sichtbarkeit im Kunstraum produziert aber zugleich auch ein Bild von Alterität, das bestehende Ungleichheitsverhältnisse verfestigt. Zwischen emanzipatorischem Anspruch und problematischen Effekten entsteht eine ambivalente Situation, mit der die Betrachterinnen und Betrachter der Arbeiten konfrontiert sind.Am Beispiel der Videoarbeiten von Alejandra Riera, Seifollah Samadian und Tran T. Kim-Trang plädiert Angelika Bartl dafür, diese Spannung nicht aufzulösen, sondern in detaillierten Lektüren herauszuarbeiten und für die Reflexion der eigenen, politischen Rezeptionsposition zu nutzen.
Angelika Bartl
Angelika Bartl (Dr. phil.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunstwissenschaft und Kunstpädagogik der Universität Bremen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Kunst der Gegenwart und Moderne, ästhetische Theorie, Geschlechterforschung und postkoloniale Theorie.
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Besprochen in: springerin, 1 (2013), Renate WöhrerGMK-Newsletter, 2 (2013)
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»Der Gewinn von Bartls Analysemodell liegt darin, den Anteil der Rezipierenden und Analysierenden an der Subjekt- und Objektkonstituierung zu thematisieren und reflektieren zu können.«
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