Der wilde Osten: Ost- und Mitteleuropa als Tatorte in der Kriminalliteratur. Eine Topographie des Verbrechens zwischen Klischee und Kritik.
Auch für den Krimi gilt: Der Westen Europas kennt den Osten selten gut – dennoch ist er von ihm fasziniert. Neben westlichen Krimis werden immer mehr Geschichten aus dem Osten gelesen, die ›dort‹ oder ›hier‹ geschrieben werden. Breslau, Budapest, Kiew, Moskau, Prag, Triest und Zagreb werden zu Krimi-Schauplätzen. Für jede dieser Städte wird eine spezifische Topographie des Verbrechens produziert, die zwischen historischer, mythischer und touristischer Darstellung schwankt.Die Beiträge in diesem Band untersuchen, wie sich Krimiautoren – kritisch oder klischeehaft – mit den Ordnungskomplexen Gewalt, Gerechtigkeit und Moral auseinandersetzen. Diese Themen sind einerseits genretypisch, weisen aber andererseits in Ost- und Mitteleuropa eine wendebedingte Brisanz auf.
Matteo Colombi
Matteo Colombi (Dr. phil.) ist als Slawist und Komparatist am Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (GWZO) in Leipzig tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind die moderne deutsche, italienische, slowenische und tschechische Literatur aus Mitteleuropa und deren Konstruktionen von ethnischer Identität.
Kriminalliteratur Urbanity Ostmitteleuropa Memory Culture Stadt Space Literature Postmoderne Slavic Studies Erinnerungskultur General Literature Studies Topographien Literary Studies Raum Literatur
Besprochen in:www.bokas.deGERMANISTIK, 54/3-4 (2013)
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