Jack Nicholson war schon über dreißig und hatte bereits ein gutes Jahrzehnt
als Schauspieler hinter sich gebracht, als ihn Easy Rider endlich zum Star
machte. Seinen Ruf als aufsässiger Antiheld festigte er durch drei
berühmt-berüchtigte Konfrontationsszenen in Filmen der Siebzigerjahre: Five
Easy Pieces (Ein Mann sucht sich selbst), The Last Detail (Das letzte
Kommando) und One Flew Over the Cuckoo’s Nest (Einer flog über das
Kuckucksnest). Er spielte Bösewichte in The Shining und Batman, einen
hitzköpfigen Oberst in A Few Good Men (Eine Frage der Ehre) und einen
skrupellosen Mafiaboss, der bis zu seinen Ellbogen im Blut steckt, in The
Departed (Unter Feinden). Wie Nicholsons wahre Fans wissen, lieferte er aber
einige seiner besten Leistungen in weniger spektakulären Rollen, in denen er
sein Talent eher im unterschwelligen Spiel bewies. Jack Nicholson hat oft
Angebote für große kommerzielle Produktionen abgelehnt, um riskantere
Rollen zu spielen, wie etwa die grimmig-grüblerischen introvertierten Figuren
in Ironweed (Wolfsmilch), The Crossing Guard, The Pledge (Das Versprechen)
und About Schmidt. Jack - der Wilde, der große Verführer - ist obendrein ein
sehr guter Schauspieler, und in Chinatown liefert er seine möglicherweise
denkwürdigste darstellerische Leistung.
Paul Duncan