Untersuchungen bei der globalen Realisierung von Automobilfabriken zur Erforschung von Planungsleitgrößen mit dem Ziel, praxisorientierte Grundlagen (PoP) für zukünftige Optimierungsprozesse in Planung und Realisierung abzuleiten:
Eine erfolgreiche Standortübertragung bestehender Produktionsstätten im weltweiten Maßstab erfordert umfassendes Know-how bezüglich potentieller lokaler Planungshindernisse zur besseren Verstetigung und Optimierung der Prozessentwicklung solcher Vorhaben. Lokale planerische Hindernisse werden im Wesentlichen durch standortspezifische Faktoren und in geringerem Ausmaß durch die allgemeinen Gegebenheiten im jeweiligen Zielland bzw. -region bestimmt. Dabei spielen die wichtigsten lokalen Einflussfaktoren am Projektbeginn eine große Rolle, da sie, auch angesichts häufig enger Zeitpläne, nicht leicht zu analysieren und koordinieren sind. Dies sind die Hauptgründe für zunehmende Unwägbarkeiten bei globalen Standortübertragungen, die zudem negative Auswirkungen auf Kosten, Qualität und Realisierungsgeschwindigkeit haben.
Zur Verminderung solcher Unsicherheiten und um die Wirkungsfolgen der wichtigsten lokalen Einflussfaktoren sowie der wesentlichsten Planungsmuster transparenter zu machen, wurde ein praxisorientierte Grundlagen (PoP) mittels einer empirischen Untersuchung von sechs Automobilfabriken in drei Schwerpunktregionen der Welt (Mitteleuropa, Nordamerika und Ostasien) entwickelt. Die Untersuchungsregionen wurden in vier unterschiedliche geographische Standortklassen unterteilt, der jährliche Fahrzeugausstoß betrug jeweils 300.000 Kfz.
Die Vorgehensweise bei Fabrikplanungen mit Planungsleitgrößen realisierter Projekte umfasst fünf Module zur Layoutgestaltung: Fabrikgelände, Montagehalle, Zeitplanung, Raumaufteilung und Gebäudekomponenten. Die Vorgehensweise wurde anhand von vier zusätzlich betrachteten Montagewerken in BRIC-Ländern validiert, dabei erfolgt eine Unterteilung in vier unterschiedliche geographische Standortklassen und drei unterschiedliche Arten von Produktionsstrukturen (Jahresfahrzeugproduktion: 150.000-600.000).
Die grundlegendsten Vorteile des PoP sind nicht nur eine mögliche Verbesserung der Verstetigung von Standortübertragungsvorhaben und den damit verbundenen Abläufen, sondern auch das inhärente Optimierungspotential für Qualität, Realisierungsgeschwindigkeit und Kosten. Darüber hinaus ist das PoP ausdrücklich als Plattform zur Erforschung zukünftiger Entwicklungstendenzen von Automobilfabriken unter der Maßgabe des Grundsatzes „Form follows Flow“ [Form folgt dem Prozessablauf] gedacht.
Beom-Yong Sung
Automobile Assembly Plant Automobilindustrie Produktionsarchitektur Repräsentationsarchitektur