Anika Reinbott Reinbott EFFECTIVENESS OF A NUTRITION EDUCATION INTERVENTION TO IMPROVE COMPLEMENTARY FEEDING PRACTICES:

EFFECTIVENESS OF A NUTRITION EDUCATION INTERVENTION TO IMPROVE COMPLEMENTARY FEEDING PRACTICES:

von Anika Reinbott

A RANDOMIZED CONTROLLED TRIAL IN CAMBODIA

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Beschreibung

Hauptursachen für Unterernährung bei Kindern sind genauso vielfältig wie die Faktoren, die den Ernährungsstatus und - praktiken beeinflussen. Insbesondere während der ersten zwei Lebensjahre sind die zeitgerechte Einführung, Qualität, Quantität und die Angemessenheit von Beikost entscheidend um adäquates Wachstum sowie motorische und mentale Entwicklung zu sichern. Chronische Mangelernährung verursacht vermindertes Wachstum und erhöht das Erkrankungs- und Sterblichkeitsrisiko. Oft ist fehlendes Wissen der Mütter über altersgerechte Ernährungspraktiken für Kleinkinder einer der Hauptgründe. Gemeinde-basierte Ernährungsbildungsinterventionen sind potenzielle Lösungen um Beikosternährungspraktiken der Mütter zu verbessern. Dies geschieht durch gestärktes Wissen bezüglich altersgerechter Kost sowie Pflege- und Fütterungspraktiken. Bislang mangelt es an Nachweisen für realistisch umsetzbare Maßnahmen. Ernährungssensitive Interventionen und Programme haben erhebliches Potential den Umfang und die Effektivität von ernährungsspezifischen Interventionen zu erhöhen. Zwischen 2012 und 2014 wurde eine Cluster randomisierte Studie in zwei Provinzen in Kambodscha im Kontext eines Agrar- und Ernährungs- Projektes der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen durchgeführt. Die Baseline Querschnittsdatenerhebung wurde in 16 im Vorfeld selektierten Kommunen im September 2012 durchgeführt. Darauf folgte eine eingeschränkte Randomisierung zur Einteilung der Kommunen in Intervention- und Vergleichsgruppe. Die Interventionsgruppe hatte Zugang zu einer Agrar- und Ernährungsbildungs-Maßnahme wohingegen die Vergleichsgruppe nur an der Agrar-Maßnahme teilnahm. Die Abschlusserhebung wurde im September 2014 als Zensus mit allen Müttern mit Kindern im Alter unter zwei Jahren in allen FAO Projektdörfern durchgeführt. Daten wurden mittels standardisierter Fragen zu sozio-ökonomischem Status und Nahrungsmittel-Diversität (24-Stunden Protokoll) erhoben. Zusätzlich wurden anthropometrische Messungen von Mutter und Kind durchgeführt. Standardindikatoren der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu Ernährungspraktiken von Kindern im Beikostalter (Minimum Dietary Diversity, Minimum Meal Frequency, Minimum Acceptable Diet) sowie eine Punktzahl für Kinder-Nahrungs-Diversität (min: 0, max: 7) für Kinder zwischen sechs und 23 Monaten wurden berechnet. Ein ‚child feeding index‘ (CFI) bestehend aus 5 Komponenten (Stillen, Flaschen-Fütterung, Nahrungsdiversität, Häufigkeit des Verzehrs von bestimmten Lebensmitteln und Anzahl der Mahlzeiten) wurde unter Berücksichtigung der aktuellen Altersempfehlungen gebildet. Zunächst wurden in der statistischen Analyse Assoziationen zwischen altersabhängiger Größe (height-for-age Z-scores (HAZ)) und WHO Indikatoren oder CFI mit dem Baseline Datensatz erforscht. Im zweiten Schritt wurde ein Difference-in-Differences (DiD) Modell angewandt, um die Wirkung der Intervention auf die Gemeinde zu testen. Zu Baseline wurden 803 Kinder im Alter zwischen sechs und 23 Monaten analysiert. Keiner der WHO Indikatoren war mit HAZ assoziiert wohingegen der CFI signifikant Assoziation mit HAZ zeigte (p< 0.01). Je älter die Kinder allerdings wurden, desto schwächer wurde der Zusammenhang zwischen höheren CFI Punkten und HAZ. Zwei Jahre nach dem Baseline und nach einem Jahr Laufzeit der Ernährungsbildungsmaßnahme der FAO, hatten 62% der Haushalte in der Interventionsgruppe an der Ernährungsbildung teilgenommen (N= 524). Für die nachfolgende Analyse wurden 1664 Datensätze analysiert bestehend aus 743 und 921 Mutter-Kind-Paaren vom Baseline und der Abschlusserhebung. Kinder zu Baseline waren im Durchschnitt 13.5 (±5.2) Monate alt und 14.2 (±5.2) zur Abschlusserhebung. Im Gesamten betrachtet verbesserte sich die Kost der Kinder. Geschätzte durchschnittliche Nahrungsdiversität war signifikant unterschiedlich zwischen Interventions- und Vergleichsgruppe zum Zeitpunkt der Abschlusserhebung (3.6 und 3.9). Insbesondere nahm der Verzehr von beta-carotene-reichen Nahrungsmitteln sowie anderen Früchten und Gemüse zu. Es wurden keine Interventionseffekte auf HAZ nachgewiesen. Diese Thesis zeigt die Wichtigkeit bei der Analyse von Daten in Bezug auf Kinderernährung und dessen Zusammenhang mit Ernährungsstatus ein Set an Indikatoren zu berücksichtigen. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass gemeindebasierte partizipatorische Ernährungsbildung zu Verbesserungen der Nahrungsdiversität führte wohingegen die Teilnahme an nur der Agrarintervention diese Auswirkungen nicht zeigte. Diese Ergebnisse unterstreichen das Potenzial von ernährungssensitiven Agrarinterventionen in Entwicklungsländern, die ernährungsspezifische Komponenten, die Ursachen der Kindermangelernährung adressieren, beinhalten. Zukünftige Forschung sollte die Bewertung von bestehenden Programmen und verfügbaren realistischen Ansätzen in den Mittelpunkt rücken. Bemühungen sollten in Richtung eines besseren Verständnisses des lokalen Kontexts und Bedarf geleitet werden um nachhaltig Mangelernährung zu bekämpfen.

Autor*in

Anika Reinbott

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Doktorarbeit Uni Wissenschaft

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Details

ISBN: 9783835964570
Verlag: VVB Laufersweiler Verlag
Erscheinung: 23.06.2016

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