Marlene liegt unterm Kirschbaum und träumt. Anna-Maria wacht auf, als die Frau ihres Geliebten stirbt. Single-Banker Stefan entdeckt ein befriedigendes Hobby. Diese zwölf Familiengeschichten sind alles andere als lieb und nett; sie handeln von Enttäuschung, Abschied und Verlust. Und sie wecken Erinnerungen an Dinge, die längst vergessen schienen. Schneiders Späte zeigt, wie grausam die Menschen sein können, die uns am nächsten stehen. Dazu brauchen sie weder Gift noch Messer. Worte genügen. Und doch: Die Hoffnung stirbt nicht einmal zuletzt.
Roswitha Menke
Roswitha Menke hat ihre berufliche Laufbahn als Programmiererin begonnen und beim Schreiben von Pflichtenheften und Bedienungsanleitungen gemerkt, dass ihr die deutsche Sprache mehr gibt als alle Programmiersprachen, an denen sie sich zuvor versucht hat. Der Weg zur Geschichtenerzählerin führte über Werbung und PR, über Direktmarketing, Webseiten und Broschüren. Genau hinzuschauen, das bedeutungsvolle Schwarze unterm Fingernagel auszumachen, ist ihr so wichtig wie die präzise Beschreibung auch der kleinen Gesten. "Ihre Texte passen, sie sind kunst- und gefühlvoll auf Mass geschneidert. Und wie bei grossen Designern sind die Werke schnörkellos, auf den Punkt gebracht, bedeutungsvoll und elegant." schreibt die Schriftsteller-Kollegin Maja Grolimund-Daepp.
Roswitha Menke ist Deutsche und lebt seit 1993 in Bern in der Schweiz - einer Stadt und einem Land, die ihr seit langem Zuhause, aber noch längst nicht Heimat geworden sind.