Inger-Maria Mahlke Mahlke Rechnung offen

Rechnung offen

von Inger-Maria Mahlke

Roman

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Beschreibung

Berlin-Neukölln: Dass der kaufsüchtige Claas Jansen eine leerstehende Wohnung im eigenen Mietshaus beziehen muss, hat weit mehr Gründe als die Bankenkrise. Und nicht nur er sieht sein früheres Leben in einem rasanten Abwärtsstrudel verschwinden. Am Scheidepunkt zwischen Kiezwirklichkeit und hipper Großstadt geht es um nicht minder Existenzielles. Jeder hat hier eine Rechnung offen: die afrikanischen Dealer, die ihre Schlepperkosten abarbeiten, die alzheimerkranke Alte und der Hochstapler, die Kurzzeit-Domina, ihr achtjähriger Sohn und andere Gestalten – eine globalisierte Notgemeinschaft. Sensibel, radikal und mit ganz eigenem Ton entwirft Inger-Maria Mahlke weit mehr als ein diagnostisches Zeitbild – eine große Parabel über die Abgründe des Lebens am Rande unserer gentrifizierten Welt.


»Die Autorin seziert mit messerscharfem Blick eine ganze Berliner Gesellschaft.« Vogue


»Ein grandioser Gesellschaftsroman!« DIE ZEIT



Autor*in

Inger-Maria Mahlke
Inger-Maria Mahlke, geboren 1977 in Hamburg, wuchs in Lübeck auf, studierte Rechtswissenschaften an der FU Berlin und arbeitete am Lehrstuhl für Kriminologie. Preisträgerin des 17. Open Mike 2009 sowie des ersten Debütpreises des HarbourFront-Literaturfestivals 2010 für ihren Roman »Silberfischchen«. 2012 Ernst-Willner-Preis bei den »Tagen der deutschsprachigen Literatur« in Klagenfurt für einen Auszug aus ihrem zweiten Roman »Rechnung offen«, der im Frühjahr 2013 im Berlin Verlag erschien, von Kritik und Lesern gefeiert und 2014 mit dem Karl-Arnold-Preis der Akademie der Künste und Wissenschaften von NRW ausgezeichnet wurde. Ihr neuer Roman »Wie ihr wollt« wurde für die Shortlist des deutschen Buchpreises 2015 nominiert. Sie lebt in Berlin.

Themen in »Rechnung offen«

Prekäres Leben Gentrifizierung Finanzkrise Gesellschaftsroman Zeitdiagnose Alzheimer Glück Armut Mietshaus Berlin Dealer Domina Herrmannplatz Zeitbild Archipel

Stimmen zu »Rechnung offen«

"Am Ende will man alle beschützen und nie mehr verlassen - so sehr hat uns Inger-Maria Mahlke ihre Zwangsgemeinschaft ins Herz geschrieben."
Angela Wittmann ()

"Nun seziert die die Autorin mit messerscharfem Blick eine ganze Berliner Gesellschaft. Sie tut es mit einer Sprache, die selbst kleinste Gefühlsnuancen wie unter einem Mikroskop sichtbar werden lässt, und gewährt dabei immer neue verblüffende Einsichten in die Schönheit und Tragik unserer Existenz."
Peter Henning ()

"Inger-Maria Mahlke beschreibt in 'Rechnung offen' ein Berliner Zerfallsmoment. Präzise beleuchtet sie Einzelschicksale in einem Neuköllner Mietshaus - kurz vor dessen Abbruch. Das Buch ist grausam, trostlos und doch auch warmherzig."
Dina Netz ()

"Der verstörendste Roman der Saison."
Jan Drees ()

"Mahlke erzählt kaltherzig konsequent, wie die Figuren durch ihr prekäres Leben treiben. [...]. Mahlke führt ihre Figuren nicht zu einer geschlossenen Geschichte zusammen, sie springt zwischen ihnen hin und her, und das ist beim Lesen schwer unter Kontrolle zu bekommen - ein genialer Kniff, der den Leser genauso haltlos macht wie die Figuren. Innerhalb der chaotischen Struktur aber beschreibt Mahlke ihre Figuren pedantisch genau. Mit überbordenden Details versucht sie, sie zu fixieren und in ihrer Romanwelt zu verankern."
Tobias Becker ()

»Es lohnt sich, das Buch zu lesen.«
()

"Das alles könnte nur zu leicht im Klischee enden. Doch davon ist Inger-Maria Mahlkes Roman weit entfernt, dafür ist er zu eigenwillig und sperrig in der literarischen Gestaltung. Das Buch wirft uns die Bruchstücke dieser desperaten Lebenswelten hin. Es kommentiert nichts, ist frei von Sentimentalität und zudem hellsichtig und kalt in seinem Befund. Die Sprache bleibt klar und schnörkellos, die Linienführung fordernd, der Erzählfluss bewegt. Das Buch macht es einem nicht leicht: Gerade darin steckt seine subversive Kraft. 'Rechnung offen' ist die Abrechnung mit einer Zeit, die allzu schnell die Weichen stellt: einmal auf dem falschen Bahnsteig, mit der falschen Richtung im Kopf, und schon ist das Leben fast gelaufen."
Susanne Schaber ()

„Gerade die atmosphärische Schilderung ist eine Stärke von Mahlke. Das Stillstehen der Zeit, die unendliche Trägheit der Verhältnisse vor der Schließung von Tempelhof, hat sie hervorragend eingefangen. [...]Mahlke weiß, was sie tut.“
Hans-Peter Kunisch ()

Details

ISBN: 9783833309595
Verlag: Berlin Verlag Taschenbuch
Erscheinung: 12.05.2014

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