Die tradierte deutsche Gesetzgebungslehre kann, wie immer man ihre Leistungen ansonsten beurteilt, die gewaltigen Ver�nderungen ihres Gegenstandes in neuerer Zeit nicht mehr angemessen erfassen. Ein ver�ndertes staatliches Aufgabenverst�ndnis hat die Privatisierung und Hybridisierung der Normierung bef�rdert, Europ�isierung und Internationalisierung haben neue Formen nichtstaatlicher Rechtsetzung durch regulierte Selbstregulierung, Standardisierung, Codes of Conduct und andere Formen von sogenanntem �soft law� entstehen lassen. Staat und Recht sind in vielen Bereichen graduell entkoppelt. Diese Ver�nderungen sind gleichwohl f�r ein zeitgem��es Verst�ndnis des Rechts als Steuerungsinstrument von h�chstem Interesse. Sie k�nnen konzeptionell nur auf der Basis einer Regelungswissenschaft eingefangen werden, die juristische, sozialwissenschaftliche und Governance-Perspektive vereint. Folke Schuppert verdeutlicht an ausgew�hlten Referenzgebieten � wie der kooperativen Rechtsetzung, der privaten Standardisierung oder der transnationalen Regulierung � die Erkenntnisinteressen, die Leistungsf�higkeit und die Methodik einer solchen Regelungswissenschaft.
Gunnar Folke Schuppert
Recht und Gesellschaft Politik Rechtspolitik und -soziologie