In der Softwareentwicklung werden vermehrt Werkzeuge eingesetzt, die
den Entwicklungsprozess beschleunigen und die Qualität der Software
erhöhen sollen. Viele dieser Werkzeuge definieren dafür eine eigene
Beschreibungssprache, welche die Spezifikation von Anforderungen an
die entwickelte Software erleichtert. Ein aktueller Ansatz die Syntax
dieser Beschreibungssprachen zu definieren ist die Metamodellierung.
Der Werkzeugprototyp AutoFOCUS/Quest ist ein Beispiel für ein
metamodellbasiert entwickeltes Werkzeug. Anhand der Erfahrungen mit
diesem Beispiel werden Konzepte erarbeitet, die den Entwurf eines
derartigen Werkzeugs ermöglichen. Neben in der Praxis validierten
Richtlinien für den Aufbau von Metamodellen, werden verschiedene
Konzepte zur werkzeugunterstützten Sicherung der Konsistenz von
Modellen angegeben.
Aktuelle Werkzeuge zur Softwareentwicklung unterstützen in der Regel
nur einen Teil des vollständigen Entwicklungsprozesses. Für den
produktiven Einsatz wird eine Integration dieser Werkzeuge notwendig,
um einen methodisch durchgängigen Softwareentwicklungsprozess zu
ermöglichen. Zudem kann nur so die Konsistenz der erstellten Modelle
sichergestellt werden. Diese Arbeit enthält einen Ansatz zur
Spezifikation der Kopplung von modellbasierten Werkzeugen. Hierzu wird
die formal fundierte Bidirectional Objekt-oriented Transformation
Language eingeführt, die eine präzise Definition von
Modelltransformationen erlaubt. Anhand der Automotive-Werkzeugkette
wird dieser Ansatz am Beispiel von drei Werkzeugen aus dem Bereich des
Requirements-Engineering, der UML-Modellierung und des Designs von
Steuergerätesoftware erläutert.
Peter Braun
CASE Metamodell Modellbasierte Softwareentwicklung Modelltransformation Werkzeugkopplung