Die Produktentwicklung ist ein wesentlicher Faktor für den Erfolg produzierender Unternehmen. Neben der Produktqualität und der benötigten Zeit vom Beginn der Entwicklung, d. h. dem Erkennen des Marktpotenzials und der Initiierung der Produktidee, bis zum Markteintritt (Time-to- Market /KRAM93/, /TRIN97/, /BUCH96/) werden durch die Produktentwicklung auch ca. 70 % der gesamten Produktkosten festgelegt, obwohl durch sie nur 2–10 % dieser Kosten verursacht werden /EHRL03/. Aufgrund der bestehenden wirtschaftlichen Strukturen besitzt die Produktentwicklung darüber hinaus nicht nur für jedes einzelne Unternehmen, sondern auch für den gesamten Industriestandort Deutschland eine zentrale Bedeutung /WEUL97/.
Vor diesem Hintergrund gilt es, Herausforderungen wie den beständigen Fortschritt der technischen Entwicklung oder den durch die fortschreitende Globalisierung verschärften internationalen Wettbewerb zu bewältigen. Der technische Fortschritt auf der einen Seite macht einen gezielten Transfer des vorhandenen produktbezogenen Wissens in die Praxis der Produktentwicklung unabdingbar. Dies und darüber hinaus die Verfügbarkeit von handlungsbezogenem Wissen in Abhängigkeit des jeweiligen Anwendungskontextes sind auf der anderen Seite ebenso von großer Bedeutung, um durch effiziente Prozesse, gute Produktqualität und geringe Produktkosten im Wettbewerb zu bestehen.
Die vorliegende Arbeit beschreibt den Einsatz von Pattern Languages in der Produktentwicklung als Ansatz zur Bereitstellung von produkt- und handlungsbezogenem Wissen in Form einer ganzheitlichen Methodik. Diese bezieht sich nicht nur auf die Erstellung einzelner Produkte, sondern ermöglicht zudem die Verwaltung ganzer Produktportfolios unter Beachtung der verschiedenen Lebenszyklen der einzelnen Produkte, Produktdaten und Märkte und ist darüber hinaus geeignet, bestehende Methodiken aus dem Bereich der Produktentwicklung zu integrieren.
Frederik Bungert
Maschinenbau PLM-Methodik Pattern Languages Produktentwicklung Produktentwicklungsmethodik