Gegenstand der Abhandlung ist die subjektive, argumentationsgeprägte sowie transaktionsbezogene Preisfindung bei Erstemissionen deutscher Aktiengesellschaften, die sich durch alle Phasen des Going Public zieht. Dabei steht die Ermittlung eines am Kapitalmarkt durchsetzbaren Marktpreises im Vordergrund und nicht die Ermittlung eines "objektiven" Unternehmenswertes. Zur Wertfindung haben sich Multiplikatorenverfahren in ihren verschiedenen Varianten sowie das Discounted-Cash-Flow- (DCF-)Verfahren in der Weighted Average Cost of Capital (WACC-)Ausprägung und partiell die Ertragswertmethode durchgesetzt. Während bei den Multiplikatorenverfahren eine Bewertung vom Markt her vorgenommen wird (Abschätzung von Marktpreisen), analysieren die Zukunftserfolgswertverfahren die einzelnen Bestimmungsfaktoren des Unternehmenswertes (Ermittlung von Entscheidungswerten). Zwei Praxisbeispiele, das mittelständische Familienunternehmen Dr. Scheller Cosmetics und der Telefondiscounter 3U, geben Einblick in die Bewertungspraxis der Finanzanalysten.
Stefan Lorenzat
Empirische Finanzforschung Going Public Multiplikator Underpricing Unternehmensbewertung