Der Grundstein für die Industrialisierung wurde 1776 von Adam Smith in seinen Buch Der Wohlstand der Nationen gelegt. Smith propagierte hierin die Aufteilung von langen Wertschöpfungsketten in kleine überschaubare Aufgaben, die von hierfür qualifizierten Spezialisten ausgeführt werden. Der dramatischen Effizienzsteigerung von Produktions- und Dienstleistungsprozessen durch diesen von Smith und seinen Nachfolgern entwickelten Ansatz, verdankt die heutige Generation einen Großteil ihres Wohlstandes.
Die EDV hat sich allerdings bisher mit dem Thema Arbeitsteilung äußerst schwer getan. Insbesondere dann, wenn es um die Aufteilung von Prozessen auf verschiedenartige Systeme ging. So existieren zwar schon seit den 80er Jahren Workflowsysteme, mit denen sich Prozesse aus vielen kleinen Schritten mit Verzweigungen etc. abbilden und relativ einfach auch ändern lassen. Allerdings funktionieren diese Workflowsysteme derzeit wenn überhaupt nur innerhalb enger Software-Systemgrenzen wirklich zur Zufriedenheit und zum Nutzen der Anwender. Als positives Beispiel sei hier die Abwicklung von Bezahlvorgängen in Internet-Shops (z.B. Amazon.de) genannt, die auch unbedarften Benutzern das Einkaufen im Internet ermöglicht. Sobald jedoch zwei Software-Systeme verschiedener Hersteller in einem Workflow zusammen arbeiten sollten, so war dies bisher sehr aufwändig, fehleranfällig und unflexibel.
Die sich momentan noch im Forschungsstadium befindliche vierte Generation von Workflowsystemen könnte die bisherigen Probleme lösen und die vor über 200 Jahren von Smith postulierten Thesen in der Wirtschaftsinformatik sinnvoll anwendbar machen. Die unter dem Begriff Service Oriented Architecture vereinten Standards moderner Workflow und Software-Systeme, wie Web Services , XML und BPEL ermöglichen im Zusammenspiel mit der UML eine von Softwareherstellern unabhängige und standardisierte Beschreibung von Prozessen und Systemschnittstellen. Darüber hinaus können die Konzepte, welche im Bereich Enterprise Application Integration bereits untersucht und entwickelt wurden, in dieser neuen Architektur integriert werden.
Die vorliegende Arbeit ist als Diplomarbeit an der Fachhochschule der Wirtschaft entstanden und beschreibt ein Verfahren, durch das, mit Hilfe der Geschäftsprozessmodellierung, ein solches Workflowsystem der 4. Generation konzipiert werden kann. Im konkreten Anwendungsfall geht es um die Automatisierung eines bestehenden Supportprozesses.
Tobias Niermann
Serviceprozess UML 2.0 Wirtschaftsinformatik