Das Privatkundengeschäft der Kreditinstitute in Deutschland und dabei vor allem die Vertriebspolitik befinden sich inmitten einer Umbruchphase. Die Vorteilhaftigkeit des traditionellen Vertriebs von Bankdienstleistungen über Bankfilialen wird zunehmend in Frage gestellt. Hierfür spielen die hohen Kosten bei dieser Vertriebsform, aber auch die Entwicklung neuartiger Vertriebsformen wie etwa Telefonbanking oder Internet-Banking, gewandelte Einstellungen und Bedürfnisse der Bankkunden sowie die veränderte Konkurrenzsituation eine wesentliche Rolle. Die Mehrzahl der deutschen Kreditinstitute befindet sich daher in einem Prozeß der Umgestaltung ihres vertriebspolitischen Marktauftritts.
Ausgehend von einer Analyse der Ursachen für die Entwicklung und zunehmende Inadäquanz bestehender Filialsysteme vor dem Hintergrund der Umweltentwicklung werden in der vorliegenden Untersuchung strategische Ansätze zur Neukonzeption kreditwirtschaftlicher Vertriebssysteme entwickelt. Dabei finden insbesondere Vertriebssysteme mit der Integration von Filial- und innovativen Vertriebsformen sowie filiallose Vertriebsorganisationen (Direktbanken) Beachtung. Abschließend wird erörtert, wie sich modifizierte Vertriebsstrategien innerhalb der drei Kreditinstitutsgruppen (Kreditbanken, Sparkassen und Kreditgenossenschaften) umsetzen lassen.
Stephan Schöning
Alternative kreditwirtschaftliche Vertriebswege Bankdienstleistungen Privatkundengeschäft Traditioneller Vertrieb Vertriebspolitische Probleme Zukunftsorientierte Vertriebssysteme