Die Hochschule ist als Teil der globalisierten Welt auch ein Ort migrationsgesellschaftlicher Mehrsprachigkeit. Die diskursive Verhandlung dieses Themenkomplexes bewegt sich häufig zwischen einer kompensatorischen Perspektive mit dem Fokus auf die deutsche Sprache und dem Blick auf Internationalisierungsprozesse, der zunächst die englische Sprache in den Vordergrund rücken lässt. Die sprachliche Vielfalt, die Studierende selbst mit an die Hochschulen bringen, und deren Potential ist dagegen seltener Gegenstand der Betrachtung.
In dieser Studie stehen die Perspektiven von Studierenden an Hochschulen in Deutschland im Mittelpunkt, die ihren Alltag selbst als mehrsprachig beschreiben. Wie gestalten sich ihre sprachlichen Spielräume zwischen der eigenen lebensweltlichen Mehrsprachigkeit und hochschulischen Sprachverhältnissen?
Dieser Frage wird auf der Basis von qualitativen Interviewdaten nachgegangen. Besonderes Interesse gilt dabei den Mustern des studentischen Sprachgebrauchs im Hochschulkontext und damit verbundenen Zukunftsaspirationen sowie der Frage, wie Studierende ihre Sprachpraxis erleben.
Friederike Dobutowitsch
Friederike Dobutowitsch, Dr. phil., Studium der Interkulturellen Pädagogik in Oldenburg und Krakau, Promotionsstudium an der Universität Hildesheim, Fachberatung für Kindertageseinrichtungen mit dem Schwerpunkt Sprachbildung bei der Hansestadt Lüneburg. Davor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Leuphana Universität Lüneburg. Ihre Interessenschwerpunkte liegen in den Bereichen Mehrsprachigkeit und sprachliche Bildung in Bildungsinstitutionen, Kooperation und Netzwerkarbeit für durchgängige Sprachbildung sowie pädagogische Professionalisierung in diesen Kontexten.
Migrationsgesellschaft Herkunftssprachen Sprachkompetenz Spracherleben Mehrsprachigkeit mehrsprachige Studierende Universität Vermittlungssprache Bildungsprozesse Hochschule Arbeitsmarkt mehrsprachiger Sprachgebrauch Sprachgebrauch Bewertung von Mehrsprachigkeit Native-Speakerism
Die Studie dürfte aufgrund der Vielzahl an interdisziplinären Schnittpunkten nicht nur für Forscherinnen und Forscher aus den Bereichen der interkulturellen Bildungswissenschaft, Soziologie und Sprachsoziologie, Bildungs- und Hochschulpolitik, Deutsch als Zweit- und Fremdsprache, sondern auch für hochschulinterne Institutionen wie dem International Office und Sprachenzentren von Interesse sein.
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Was die Arbeit Lebensweltliche Mehrsprachigkeit an der Hochschule von Friederike Dobutowitsch aufzeigt ist eine Problematik mit der sich der Bildungssektor in den kommenden Jahren wohl auseinandersetzen wird. In einer zunehmend diversen Gesellschaft, welche durch Globalisierung weiter an Diversität gewinnt, ist die Inklusion von Diversitäten eine Notwendigkeit, um Parallelgesellschaften entgegen zu wirken. Der erste Schritt kann hier anhand der von Dobutowitsch aufgezeigten Maßnahmen getan werden, sei es im Bereich der Lehre oder im Bereich der Forschung.
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Die Arbeit zeigt eine hohe Relevanz und Aktualität auf. Das Besondere ist, dass sich auf vielfältigen Ebenen an die Ergebnisse von Dobutowitsch anknüpfen lässt. Zentral sind die Ergebnisse für die Frage nach dem Stellenwert von Sprachen in der Internationalisierung von Hochschulen, für die Hochschuldidaktik und damit auch für die Entwicklung von Curricula. Vor allem aber ist es für die Studierenden zentral, deren Mehrsprachigkeit durch eine solche Arbeit überhaupt in das Blickfeld der Forschung rückt und damit auch eine Würdigung erfährt.
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Insgesamt liegt eine Studie vor, die nicht nur empirisch spannend und aufschlussreich ist, sondern darüber hinaus theoretisch äußerst umfassend und lehrreich ist, gerade im Hinblick auf die Kunst, unterschiedliche wissenschaftliche Diskursstränge zusammenzuführen und für neue Analysen fruchtbar zu machen. Die Publikation ist vor allem für Forschende im Bereich „migrationsbedingte Mehrsprachigkeit“ empfehlenswert; auf Grund der theoretischen Breite auch für jene, deren Arbeiten sich auf andere Kontexte als „Hochschule“ beziehen.
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Die Arbeit überzeugt trotz der Grenzen einer solchen qualitativ-explorativen Interview-Studie und schafft beim Lesenden [...] ein Bewusstsein für die Existenz, den Mehrwert und das Potenzial einer diversen Mehrsprachigkeit an deutschen Hochschulen. Äußerst empfehlenswert ist dieses Werk für alle, die sich mit den Themen Mehrsprachigkeit im Bildungskontext, Bildungsgerechtigkeit sowie Internationalisierung an deutschen Hochschulen beschäftigen. Die Autorin identifiziert dringende Desiderata und bringt damit den hochschulsprachpolitischen Diskurs maßgeblich voran. Sowohl die theoretischen und methodischen Überlegungen als auch die Foschungsergebnisse bilden eine gewinnbringende und fundierte Grundlage für weitere qualitative und quantitative Untersuchungen in diesem Bereich.
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