Das Ende des Zweiten Weltkrieges, der Zusammenbruch des Nazi-Regimes und der Beginn des Ost-West-Konflikts hatten weitreichende Auswirkungen auf das Leben in Deutschland. Dabei ist bisher die Frage nach einer Neuorientierung des Fremdsprachenunterrichts nicht eingehend erforscht worden. Diese Forschungslücke will die vorliegende Untersuchung für das bayerische Gebiet der US-amerikanischen Besatzungszone schließen, indem sie die Reeducation-Politik der Besatzer und den einheimischen neuphilologischen Fachdiskurs im Hinblick auf den Englischunterricht in seiner bildungspolitischen Realität analysiert.
Das Ende des Zweiten Weltkrieges, der Zusammenbruch des Nazi-Regimes und der Beginn des Ost-West-Konflikts hatten weitreichende Auswirkungen auf das Leben in Deutschland. Dabei ist bisher die Frage nach einer Neuorientierung des Fremdsprachenunterrichts nicht eingehend erforscht worden. Diese Forschungslücke will die vorliegende Untersuchung für das bayerische Gebiet der US-amerikanischen Besatzungszone schließen, indem sie die Reeducation-Politik der Besatzer und den einheimischen neuphilologischen Fachdiskurs im Hinblick auf den Englischunterricht in seiner bildungspolitischen Realität analysiert.
Die Arbeit wurde mit dem Dissertationspreis der Bayerischen Amerika-Akademie ausgezeichnet.
Dorottya Ruisz
Das Studium der Fächer Englisch und Geschichte schloss Dorottya Ruisz mit dem Ersten Staatsexamen sowie dem Magister Artium in englischer Sprachwissenschaft ab. Im Anschluss an das Zweite Staatsexamen war sie sowohl im Schuldienst als auch am englischdidaktischen Lehrstuhl der LMU München beschäftigt, wo sie mit Auszeichnung promoviert wurde. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Großbritannien, wo sie an der Deutschen Schule London unterrichtete, ist sie wieder an der Schule und an der Universität in München tätig.
Reeducation-Politik Reeducation Nachkriegszeit Englischdidaktik Englischunterricht Umerziehung Bildungspolitik US-amerikanische Besatzung Besatzungspolitik Fremdsprachenunterricht Fremdsprachendidaktik neuphilologischer Fachdiskurs Schulpädagogik Sprachdidaktik Historische Sprachwissenschaft
Dorottya Ruisz spezifiziert über die allgemeine Schulpolitik hinausgehend die Frage des Neuanfangs nach 1945 für den Englischunterricht in Bayern von 1945 bis 1955 mit der Hypothese, dass es für die Amerikaner nahegelegen hätte, den Englischunterricht für ihre zunächst durchaus weitreichende Reeducation-Politik zu instrumentalisieren. Diese These wird in ihrer allgemeinen Form nach einer in den Quellen sehr breit angelegten und methodisch anspruchsvollen Analyse verneint. […] Es ist das Verdienst der in der Fremdsprachen-Forschung entstandenen Dissertation über die oben genannten, für die Restauration des Schulwesens allgemein verantwortlichen politischen Kräfteverhältnisse hinausgehend auf einer tieferen, unterrichtsbezogenen Ebene zu zeigen, in welcher Weise im 19. Jhdt. entstandene Ideologien zu den gymnasialen Bildungszielen über politische Zäsuren hinweg historisch bis über die Mitte des 20. Jhdts. hinaus ausstrahlten und über Verbandspolitiken
wirksam blieben. […] Die in der fachdidaktischen Lehrerausbildung exemplarisch für die Entwicklung eines Unterrichtsfaches in Verbindung mit den analysierten Periodika sehr gut einzusetzende Untersuchung demonstriert den spezifischen, nicht zu unterschätzenden Stellenwert vermeintlich bildungstheoretischer Legitimationen von Fächern für die Entwicklung von Unterrichtsfächern. – Peter Drewek in: https://link.springer.com/article/10.1007/s11618-016-0690-6
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