Diese Studie geht der Produktion der Bilder von Nördlichkeit in Schleswig-Holstein nach und zeigt auf, wie darüber Identität hergestellt wird und inwieweit nationales Selbstverständnis durch neue Identitätskonzepte überformt wird. Dabei werden zwei Aspekte in den Blick genommen: Zum einen die Frage nach der Produktion von Deutungen, die der verstärkten Orientierung Schleswig-Holsteins zum Norden zugrunde liegt. Den zentralen Ausgangspunkt der Analyse bildet hier die landespolitische Ebene. Zum anderen wird an den Beispielen des Flensburger Festivals folkBaltica und der Nordischen Filmtage in Lübeck untersucht, wie sich die diskursiven Deutungsangebote zu gesellschaftlichen und kulturellen Praxisfeldern in Schleswig-Holstein verhalten.
Schleswig-Holstein präsentiert sich gegenwärtig in seiner Selbstdarstellung gerne als nördliches Bundesland. Es bezeichnet sich nicht nur aufgrund seiner geographischen Lage als nördlich, sondern bemüht sich, mit einer Reihe sehr unterschiedlicher Aktivitäten den expliziten Bezug zum Norden zu akzentuieren. Der Norden meint dabei einmal sehr konkret den baltischen Raum, aber auch zugleich einen imaginierten Raum, der durch die Zuschreibung von bestimmten Merkmalen und Eigenschaften entsteht.
Diese Studie geht der Produktion solcher Bilder von Nördlichkeit in Schleswig-Holstein nach und zeigt auf, wie darüber Identität hergestellt wird und inwieweit nationales Selbstverständnis durch neue Identitätskonzepte überformt wird. Dabei werden zwei Aspekte in den Blick genommen: Zum einen die Frage nach der Produktion von Deutungen, die der verstärkten Orientierung Schleswig-Holsteins zum Norden zugrunde liegt. Den zentralen Ausgangspunkt der Analyse bildet hier die landespolitische Ebene. Zum anderen wird an den Beispielen des Flensburger Festivals folkBaltica und der Nordischen Filmtage in Lübeck untersucht, wie sich die diskursiven Deutungsangebote zu gesellschaftlichen und kulturellen Praxisfeldern in Schleswig-Holstein verhalten.
Kathrin Sinner
Kathrin Sinner, Dr. phil., Studium der Europäischen Ethnologie/Volkskunde, Pädagogik und Kriminologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. 2005 Magistra Artium.
2006-2009 Stipendiatin im Graduiertenkolleg „Imaginatio borealis. Perzeption, Rezeption und Konstruktion des Nordens“ an der Universität zu Kiel. Von 2009 bis 2011 wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Lehre am Seminar für Europäische Ethnologie/Volkskunde der Universität zu Kiel. Promotion 2010.
Ostseeregion Norden Nordseeregion Baltische Länder Schleswig-Holstein Identitätskonstruktion Folk Baltica Nordische Filmtage Alltagskultur
Die Autorin nähert sich ihrem gut abgegrenzten Forschungsfeld mit einer methodologisch aufgeladenen, dennoch klar gegliederten und immer transparent bleibenden Untersuchung. – Bettina Kess in: Zeitschrift für Volkskunde, II/2013
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Insgesamt gibt die Arbeit interessante und argumentativ gut fundierte Einblicke in die politisch wie kulturell hergestellte Verortung Schleswig-Holsteins als „nördliche“ Region. – Sönke Friedreich in: Rheinisch-westfälische Zeitschrift für Volkskunde, 58/2013
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