Wie ist es möglich, den in Wissenschaft und Politik auf vielfältige Weise verwendeten und verschiedenartig konnotierten Begriff der Zivilgesellschaft analytisch zu fassen und somit eine Definition für diesen schillernden Begriff zu entwickeln? Dieser Band versucht die Frage zu beantworten, indem Organisationen, die weder eindeutig zur Zivilgesellschaft zuzurechnen sind noch eindeutig von dieser Sphäre abzugrenzen sind, auf ihre spezifisch zivilgesellschaftlich-organisatorischen Elemente hin überprüft werden.
Wie ist es möglich den in Wissenschaft und Politik auf vielfältige Weise verwendeten und verschiedenartig konnotierten Begriff der Zivilgesellschaft analytisch zu fassen und somit eine Definition für diesen schillernden Begriff zu entwickeln? Der vorliegende Band versucht diese Frage zu beantworten, indem Organisationen, die weder eindeutig zur Zivilgesellschaft zuzurechnen sind noch eindeutig von dieser Sphäre abzugrenzen sind, auf ihre spezifisch zivilgesellschaftlich-organisatorischen Elemente hin überprüft werden.
Um zivilgesellschaftliche gegenüber nicht-zivilgesellschaftlichen organisatorischen Elementen abgrenzen zu können, wird auf das Standardmodell der Interessenvermittlung der politischen Soziologie zurückgegriffen. Die Anwendung dieses Modells ermöglicht, den intermediären Bereich zwischen Gesellschaft und Politik in vier Sphären aufzuteilen: den Sektor der politischen Organisationen (z.B. Parteien), den Sektor der Interessenorganisationen (z.B. Gewerkschaften), den Sektor der weltanschaulichen Organisationen (z.B. Kirchen) und schließlich den Sektor der zivilgesellschaftlichen Organisationen. Die Beiträge in diesem Band befassen sich mit Organisationen, die an den Schnittstellen zwischen je einem der Sektoren und dem Sektor der Zivilgesellschaft operieren und loten auf diese Weise die Grenzen der Zivilgesellschaft aus politikwissenschaftlicher Perspektive aus.
Die Quintessenz dieser Analysen ist, dass die konkret, empirisch vorfindbare Zivilgesellschaft nicht nur aus 'reinen' zivilgesellschaftlichen Organisationen besteht, sondern dass diese ebenso Organisationen umfasst, die analytisch nicht eindeutig zu diesem Sektor zuzuordnen sind. Zivilgesellschaft ist also komplex und pluralistisch. Versuche Zivilgesellschaft analytisch zu fassen, müssen vor allem dieser Vielfalt von Zivilgesellschaft Rechnung tragen. Der Band zeigt Perspektiven auf, wie dieser analytische Anspruch erfüllt werden kann.
Mit Beiträgen von: Nils C. Bandelow, Cornelia Fraune, Martina Grabau, Samuel Greef, Achim Goerres, Gudrun Heinrich, Tim Mäkelburg, Lothar Probst, Wolfgang Schroeder, Udo F. Schmälzle, Klaus Schubert, Sven Sikatzki und Christoph Strünck.
Cornelia Fraune
zivilgesellschaftliches Engagement Dritter Sektor Schwangerschaftskonfliktberatung Die Grauen Bündnis 90/Die Grünen ADAC Foodwatch, Gewerkschaften Verbraucherschutz Verbrauer Initiative Foodwatch Interessengruppen Interessenvermittlungsforschung Politische Soziologie
[...] wertvolle Kritierien für die weitere empirische Forschung – Björn Wagner, auf: Portal für Politikwissenschaften
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Der Bogen der teils hoch interessanten Fallstudien ist weit gespannt. Er reicht von der kirchlichen Schwangerschaftskonfliktberatung über Entwicklungsprozesse der grünen, grauen und Bewegungspartei oder von Gewerkschaften bin hin zu Verbraucherschutzorganisationen, Foodwatch und ADAC. Quintessend der elf analytischen Beiträge ist ein Bild von Komplexität und Pluralität. Der Band zeigt auf, dass Versuche, Zivilgesellschaft analytisch zu erfassen, ihrer Vielfalt Rechnung tragen müssen. – Aus: Stiftung&Sponsoring, 4/2015
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