Die gesellschaftliche Integration der verschiedenen Roma-/Zigeunerminderheiten Europas ist in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus von Forschung und Politik gerückt. Dieses Buch arbeitet die Problematik am Beispiel der sozialen und schulischen Situation der Gitanos (spanische »Roma« bzw. »Zigeuner«) auf und analysiert ihre Bildungsnachteile gegenüber der gesellschaftlichen Mehrheit in Spanien.
Die Studie präsentiert mit dem Modell interethnischer Figurationen ein neues Konzept zur Beschreibung von Mehrheiten/Minderheiten-Beziehungen. Weit über den spanischen Kontext hinaus, stellt diese Untersuchung einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Diskussion ethnischer Bildungsungleichheit dar.
Die gesellschaftliche Integration der verschiedenen Roma-/Zigeunerminderheiten Europas ist in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus von Forschung und Politik gerückt. Obgleich diesbezüglich ein besonderes Augenmerk auf dem Bildungsgeschehen liegt, bleiben die Ergebnisse bislang hinter den Erwartungen zurück. Dieses Buch arbeitet die Problematik am Beispiel der sozialen und schulischen Situation der Gitanos (spanische »Roma« bzw. »Zigeuner«) auf und analysiert ihre Bildungsnachteile gegenüber der gesellschaftlichen Mehrheit in Spanien. Dabei wird deutlich: Während die Schule aus der Perspektive der Mehrheitsgesellschaft gleichsam die Institutionalisierung des Versprechens gesellschaftlicher Integration und Chancengleichheit darstellt, wird sie von Seiten der Gitanos nicht minder als Bedrohung ethnischer Distinktion und gemeinschaftlicher Kohäsion wahrgenommen. Bildung fungiert somit auch als Demarkationskriterium von partikularen Zugehörigkeiten.
Die Studie aktualisiert in einem allgemeinen Sinne eine an Max Weber orientierte Perspektive und präsentiert mit dem Modell interethnischer Figurationen ein neues Konzept zur Beschreibung von Mehrheiten/Minderheiten-Beziehungen. Weit über den spanischen Kontext hinaus, stellt diese Untersuchung einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Diskussion ethnischer Bildungsungleichheit dar.
Olaf Beuchling
Dr. Olaf Beuchling lehrte an verschiednenen Universitäten im In- und Ausland. Gegenwärtig ist leitet er den Lehrstuhl für internationale und interkulturelle Bildungsforschung an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und ist Research Fellow am Numata Zentrum für Buddhismuskunde der Universität Hamburg.
Ethnizität interethnische Figuration interethnische Beziehungen ethnische Bildungsunterschiede Roma Zigeuner Bildungsnachteile Interkulturelle und International Vergleichende Erziehungswissenschaft
Das von Beuchling vorgelegte Buch ist gut strukturiert und verständlich geschrieben. Leser(inn)en können sich auf eine umfangreiche Aufbereitung spanischer Primärliteratur freuen. Auch bei der ausführlichen Analyse der schulischen Situation von Gitanos [...] gelingt es Beuchling – neben einer aufschlussreichen Charakterisierung des spanischen Bildungssystems – einen sehr guten Überblick über den derzeitigen Forschungsstand zu geben [...]. – Christian Brüggemann in: Zeitschrift für Pädagogik, 5.2011.
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Beuchling fügt die Ergebnisse empirischer Studien, die Bemühungen politischer Programme und wissenschaftliche Betrachtungsweisen zu einer Analysefolie zusammen, um auf dieser Grundlage zu erkenntniserweiternden Einsichten in die Möglichkeiten und Grenzen von Bildungsförderung zu gelangen. – Anne Klein auf: Archiv für Sozialgeschichte online
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