Europa ist in einer tiefgehenden Weise durch ein Konzept von Sprache geprägt, das Einsprachigkeit als den Normalfall, Mehrsprachigkeit hingegen als etwas Exzeptionelles ansieht. Doch die europäische Einigung bringt zunehmend neue Aufgaben einer multinationalen Verständigung mit sich.
Mehrsprachigkeit erfordert vor allem wissenschaftliche Grundlegungen, die durch sorgfältige Beobachtung und Analyse mehrsprachiger Wirklichkeiten fundiert sind.
Der Band stellt Einzeluntersuchungen zu einem Phänomen vor, das gegenwärtig Gesellschaften immer stärker prägt: Mehrsprachigkeit. Diese ist für Nationalstaaten mit ihrem kanonischen Konzept der Einsprachigkeit eine Herausforderung, die durch die politischen Übergänge zu transnationalen Einheiten ("Europa") vergrößert wird. Neue Modelle werden - oft zaghaft und von der Politik kaum wahrgenommen - in den sprachlichen Interaktionen selbst entwickelt. Die verschiedenen Beiträge beschreiben solche Modelle und Erfahrungen, ihre Probleme und ihre Chancen.
Konrad Ehlich
Spracherwerb bilinguale Schule Migrantenkinder Germanismen Verständnissicherung Muttersprachler Handlungsmuster Funktionale Pragmatik Angewandte Sprachwissenschaften
durchweg anregende Arbeiten – Horst Sitta in: Germanistik. 48, 2007.
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