Über vierhundert Jahre alt – und kein bisschen leiser! Allen düsteren Prophezeiungen zum Trotz gibt sich die Oper heute lebendiger und vielfältiger als jemals zuvor. Individuell und kontrovers beschäftigen sich die Autoren dieses Bandes mit den Fragen nach der Tradition der Oper, ihrer heutigen Bedeutung und ihrer möglichen Zukunft: Richard Sennett verfolgt den Weg vom Ritual zum Drama, Barbara Zuber erkundet Abenteuer des Hörens in der Musik unserer Zeit, Dieter Borchmeyer die Verbindung von Oper und Mythos vom Barock bis zu Hans Werner Henzes jüngstem Opus. Anselm Gerhard geht der Faszination nach, die heute vom energiegeladenen Frühwerk Verdis ausgeht, während Jürgen Schläder Rossinis Turco in Italia als zeitlose Beziehungskomödie zwischen den Kulturen vorstellt. Klaus Zehelein gibt Antwort auf Grundfragen der Kulturpolitik, Isabel Pfeiffer-Poensgen fokussiert diese auf die Vermittlung von kulturellem Erbe an junge Menschen, und Kevin Clarke erläutert, warum die heutige Klassikindustrie authentisches Hör-Erleben einer artifiziellen Studioästhetik vorzieht. Reportagen von Joshua Jampol über das erste Jahr von Kent Nagano als Bayerischer Generalmusikdirektor, von Deike Diening zum bereits vielfach ausgezeichneten neuen Corporate Design der Bayerischen Staatsoper sowie die Dokumentation des Kunstprojektes von Diana Thater, das im Rahmen von Festspiel+ 2007 veranstaltet wurde, ergänzen den neu gestalteten 30. Band der traditionellen Buchreihe „Jahrbuch der Bayerischen Staatsoper“.