Das Vorhaben des 1998 durch einen internationalen Vertrag beschlossenen und 2002 in Kraft getretenen Rom-Statuts ist ambitioniert: mit einem unabhängigen und ständigen internationalen Strafgerichtshof (IStGH) der Straflosigkeit von Völkerstrafdelikten entgegenzutreten, die den Frieden und die Sicherheit der internationalen Gemeinschaft als Ganzes berühren. Doch dieses Vorhaben wird in der Praxis mit vielfältigen Problemen konfrontiert. Die Friedens-Warte nimmt das zehnjährige Jubiläum des Rom-Status zum Anlass, anhand der Analyse ausgewählter Teilaspekte Grundlagen und bisherige Tätigkeit des IStGHs einer kritischen Prüfung zu unterziehen, aber auch Vorschläge herauszuarbeiten, die sein Handeln in Zukunft effektiver gestalten können. Hierfür geht die Analyse unter anderem nicht nur über das konkrete Tätigkeitsfeld des IStGHs hinaus, sondern wagt auch den Brückenschlag zwischen Völkerstrafrecht und Politikwissenschaft.
Volker Rittberger
Ad-hoc-criminal tribunals Global governance International Criminal Court Prosecutor Völkerstrafrecht