'Kunst ist wie Medizin – sie kann heilen. Trotzdem stelle
ich immer wieder mit Erstaunen fest, wie viele Menschen
an die Medizin, nicht aber an die Kunst glauben, ohne
eins von beidem hinterfragt zu haben.'
Der englische Allround-Künstler Damien Hirst, 1965
geboren und 1995 mit dem renommierten Turner Prize
ausgezeichnet, ist berühmt und berüchtigt für seine
Grenzüberschreitungen. Kunst, Wissenschaft, Medien und
Populärkultur gehen in seinen Werken eine provokante
Synthese ein, die immer wieder an gesellschaftliche
Tabus rührt und immer existentielle Fragen stellt. Ein in
Formaldehyd eingelegter Tigerhai (1992), eine halbierte
Kuh mitsamt ebenfalls halbiertem Kalb (Mother and Child
Divided, 1994), Seziertische, Medikamentenschränke,
Büromöbel, Schmetterlinge und, das jüngste Sensationsobjekt,
ein mit Diamanten besetzter Totenschädel sind
nur einige der spektakulären Versatzstücke, mit denen
Hirst seine Botschaft von der Doppeldeutigkeit menschlicher
Erfahrung in Kunst überträgt.
Void, der Titel einer 2000 entstandenen Installation mit
Tausenden in einer Vitrine aufgereihten Pillen und der
Titel dieses Katalogbuchs, versammelt Werke von Damien
Hirst aus der Sammlung Heiner und Celine Bastian –
Druckgraphik, Skulpturen und Installationen –, die zur
Zeit in Berlin ausgestellt sind.
Damien Hirst