Die Aussagen der Patienten sind in Medizin und Psychologie zentraler Bestandteil der Diagnose. Aus den subjektiven Angaben das tatschliche Befinden objektiv zu bewerten ist jedoch eine Herausforderung. Vor allem bei Begutachtungen steht die Verl�sslichkeit von Patientenaussagen infrage: Je nach Kontext k�nnen die Beschwerden erheblich verf�lscht und verzerrt dargestellt werden, wie diverse Studien zeigen. Der von Psychologie und Psychiatrie weltweit zur Erfassung klinischer Beschwerden und der Pers�nlichkeitsstruktur eingesetzte Fragebogen MMPI-2 � Minnesota Multiphasic Personality Inventory � enth�lt neben klinischen Skalen auch Validit�tsskalen, um solche Verzerrungen zu erfassen. Seit einem Jahrzehnt ist auch die deutsche Fassung in Gebrauch. Elisabeth Thies berichtet, wie diese Skalen entwickelt wurden. Aus der Auswertung einer deutschsprachigen Gutachten-Stichprobe schlie�t sie auf Qualit�t und Verl�sslichkeit der Klassifikation und zeigt, wie die Validit�tsskalen des MMPI-2 die psychologische Diagnostik im klinischen Alltag durch Hinweise auf m�gliche Antwortverzerrungen wirksam erg�nzen k�nnen.
Elisabeth Thies
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