Die Arabische Revolution im Fr�hjahr 2011 brachte, �berraschend f�r Europa, die Autokraten Nordafrikas und des Nahen Ostens binnen weniger Wochen in Zugzwang � und verjagte einige aus dem Amt. Der rasche Machtwechsel in Tunesien motivierte Menschen von Riyadh bis Rabat, gegen ihre bisherigen Machthaber vorzugehen. Einige versprachen daraufhin Reformen, andere schickten Sicherheitskr�fte und Milit�r. Die Europ�ische Union, die sich selbst als Hort und H�terin der Demokratie sieht, reagierte auff�llig verhalten. Sie sieht die Schw�che der Regime zwar als Chance, aktiv die Demokratisierung in ihren Nachbarl�ndern zu f�rdern. Das nicht abzusehende Ausma� der eingeleiteten Kettenreaktion l��t Europas Strategen jedoch um die Stabilit�t der Region und um die eigenen politischen und wirtschaftlichen Interessen f�rchten. Es stellt sich die Frage, ob die EU zuk�nftig vordringlich eine pragmatische Interessenpolitik betreiben, oder die Defizite ihrer v�lkerrechtlich fragw�rdigen Eingriffe in die Genese fremder Staaten in der Vergangenheit �berwinden und den arabischen V�lkern bei ihrer eigenen Selbstfindung beistehen wird. Die Anpassung der Europ�ischen Nachbarschaftspolitik ist angesichts der von Steffen Grimme aufgezeigten Defizite der bisherigen externen Demokratief�rderung nicht nur eine Chance sondern zugleich eine anspruchsvolle Herausforderung.
Steffen Grimme
Autoritarismus Zivilgesellschaft arabischer Raum Legalität action plan neopatrimoniale Regime Demokratieförderung Nordafrika democracy mainstreaming europäische Kommission Intervention Souveränitätsprinzip