Pulp waren die Helden des Britpops, und niemand stolperte 1995 so schlaksig durch seine unverhoffte Berühmtheit wie ihr Sänger Jarvis Cocker. In Großbritannien gilt er heute als „national treasure“: cool, stylish, charming. Doch es war ein langer Weg dorthin. Geboren im trostlosen Sheffield, gerademal untere Mittelschicht, hatte die Gründung ...
Pulp waren die Helden des Britpops, und niemand stolperte 1995 so schlaksig durch seine unverhoffte Berühmtheit wie ihr Sänger Jarvis Cocker. In Großbritannien gilt er heute als „national treasure“: cool, stylish, charming. Doch es war ein langer Weg dorthin. Geboren im trostlosen Sheffield, gerademal untere Mittelschicht, hatte die Gründung von Pulp 1979 fast schon etwas Trotziges. Entsprechend düster waren die ersten Alben, bis sich schließlich mit der Single „Common People“ alles änderte. Nie zuvor hatte jemand die Welt zwischen Kunsthochschule, rich kids, Klassenkampf und sexueller Freizügigkeit so auf den Punkt gebracht und damit die Charts gestürmt.
In „Mother Brother Lover“ hat Jarvis Cocker seine Songtexte aus 25 Jahren zusammengestellt, sie erzählen seine Geschichte, eine Geschichte von Aufstieg und Fall, von Sex und unmöglicher Liebe, von Widersprüchen und Verhältnissen, die bis zu diesem Zeitpunkt jenseits der Glitzerwelt des Pop lagen.
Jarvis Cocker
Jarvies Cocker (geboren am 19. September 1963 in Sheffield), Stilikone, Sexsymbol, Frontmann der Band Pulp.
1978 gründete Cocker mit einigen Freunden die Band Pulp. Anfangs wechselte die Besetzung häufig, selten spielte die Band zweimal hintereinander in exakt gleicher Formation. Nach einigen Auftritten, unter anderem 1981 in der Sendung des britischen Radiomoderators John Peel, veröffentlichten Pulp 1983 ihr erstes Album „It“, allerdings ohne kommerziellen Erfolg.
In der Folgezeit schlug sich Jarvis Cocker mit Nebenjobs durch und die Band spielte in unregelmäßigen Abständen und Besetzungen einige Konzerte. Auf dem zweiten Album „Freaks“ von 1986 war Jarvis das einzig verbliebene Gründungsmitglied der Band.
Während der Verleihung der Brit Awards 1996 protestierte Cocker auf der Bühne gegen den Auftritt von Michael Jackson. Während Jackson das Lied Earth Song sang, betrat Cocker die Bühne, ging in die Mitte und sah ins Publikum. Der gesamte Vorfall dauerte nur eine Minute. Mehrere Mitglieder des Sicherheitspersonals versuchten, ihn von der Bühne zu holen, was aber nicht gelang. Nach der Show wurde Jarvis Cocker unter dem Vorwurf der Körperverletzung festgenommen, obwohl er während der gesamten Aktion niemanden berührt hatte. Michael Jacksons Plattenfirma Epic griff Cocker am nächsten Tag öffentlich an.
Seit dem 2002 veröffentlichten Greatest-Hits-Album befinden sich Pulp in einer kreativen Schaffenspause. Cocker zog mit seiner Frau Camille Bidault-Waddington (seit 19. Juli 2002) und dem gemeinsamen Sohn nach Paris. 2003 veröffentlichte Cocker unter dem Pseudonym Darren Spooner ein Album mit seiner neuen Band Relaxed Muscle.
2006 veröffentlichte Jarvis Cocker sein erstes Soloalbum, welches schlicht „Jarvis“ heißt. Cockers zweites Album mit dem Titel „Further Complications“ erschien am 15. Mai 2009, es wurde von Steve Albini produziert.
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»Ein Buch für Fans und solche, die es werden wollen.«, laut.de, 09.11.2013
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»Die schönsten Songtexte von Jarvis Cocker, der mit seiner Band Pulp die Welt klarer beschrieb als jeder Dichter.«, GQ, Max Sprick, 22.10.2013
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»Auch ohne begleitende Melodie sind Cockers Texte ein Vergnügen der besonderen Art, und sie haben tatsächlich immer wieder eine poetische Kraft.«, Kultur Spiegel, Christoph Dallach, 01.10.2013
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"Jarvis Cocker zählt zu den wenigen Popmusikern, deren Texte so viel Bestand haben, dass sie in Buchform veröffentlicht werden. Er darf sich damit neben Leonhard Cohen und Bob Dylan einreihen. 'Mother, Brother, Lover' erscheint in zweisprachiger Ausgabe beim Berlin Verlag. Und tatsächlich lohnt sich die Zweisprachigkeit, weil man so Cockers Sarkasmus besser versteht.", Bayern 2, Valerie Trebeljahr, 20.09.2013
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"Er singt über Sozialbauwohnungen, Autodiebe und Rentner. Mit Jarvis Cocker wird einer der charismatischsten Bandleader des britischen Pops 50 Jahre alt. Zum Geburtstag schenkt der Sänger der Band Pulp sich und uns eine Sammlung seiner besten Songtexte, erstmals ins Deutsche übersetzt.", Deutschlandradio "Corso", Klaus Walter, 19.09.2013
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"Jarvis Cocker ist für seine Songtexte fast so berühmt wie für seine Synthetikanzüge, die dicke Brille und das Powackeln vor Michael Jackson. [...]. Die deutsche Version erscheint zum 50. Geburtstag des Sängers und markiert eine Art von Seriositätsbeweis, einen Aufstieg in die Bob-Dylan-Liga.", Musikexpress, Felix Bayer, 15.08.2013
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„Man kann es nur begrüßen, dass die Lyrics des Superstaraußenseiters nun auch hierzulade in Buchform vorliegen. Die Dylanologen und alle anderen sollen ihre Lupen mal auf diese androgyne Sprachkunst richten! In Mother, Brother, Lover (Berlin Verlag) funkeln zahlreiche Diamanten, die sich auch ohne Musik sehen lassen können und auf die wir gerne einen Diamond White trinken würden, diesen billigen Apfelschaumwein, der am Ende der euphemischen Momentaufnahmen 'Deep Fried in Kelvin' steht.", SPEX, Kerstin & Sandra Grether
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