Seit mehr als 150 Jahren spielt das Zigarettenrauchen im Leben von Frauen eine Rolle und ist ein weitverbreitetes Mittel zur Alltagsgestaltung und -bewältigung geworden. Rauchen ist ein komplexes, vielschichtiges und widersprüchliches Phänomen, dem sowohl kulturhistorische Relevanz als auch psycho-soziale, sucht- und gesundheitsbezogene Bedeutung zukommt. Die Autorin macht es sich zur Aufgabe, die Art und Weise der Einbindung und Relevanz des Rauchens bei Frauen im Kontext ihrer persönlichen Biographien sowie gesellschaftlichen und psycho-sozialen Lebensbedingungen zu beleuchten. Auf der Grundlage umfangreicher Literaturrecherchen wird das Rauchen bei Frauen unter den Gesichtspunkten der kulturhistorischen und aktuellen Entwicklung, der Symbolgehalte, des Funktionsspektrums, der Gesundheit und der Sucht untersucht. Auf der Grundlage einer eigenen empirischen Studie erhalten sodann Raucherinnen selbst Raum und Stimme und es werden insbesondere jene Dimensionen in Augenschein genommen, die in der bisherigen Forschung unberücksichtigt geblieben sind. Die Rückbindung der Interviewergebnisse an die zuvor dargestellten und diskutierten Prämissen führt schließlich zu einem differenzierten Reflexionshorizont, in dem das weibliche Rauchverhalten in seinem Sucht- und Schädigungspotential einerseits ernstgenommen wird, andererseits die üblicherweise dominierenden Problem-, Defizit- und Opferperspektiven aufgelockert werden durch einen erweiterten Blickwinkel und alternative Interpretationsangebote. Die Arbeit bietet konkrete Anregungen und neue Zugänge zu diesem Thema für mit dem Rauchen befaßte Fachkreise und den feministischen Sucht- und Gesundheitsdiskurs. Gleichzeitig wendet sich das Buch an alle, die sich für das alltägliche und doch vielschichtige Problem "Rauchen" interessieren. Zur Autorin: Eva Koppenhöfer, geb. 1965, ist Diplom-Pädagogin.
Eva Koppenhöfer