Die empirischen Möglichkeiten, sprachliche Massendaten in großen Datenbanken (Korpora) zu untersuchen, haben deutlich gemacht, dass im sprachlichen Gedächtnis - neben grammatischen Regeln - vor allem auch stark verfestigte Wortverbindungen und Formulierungsschablonen (Muster/Konstruktionen) verankert sind. Diese werden je nach Situation und Absicht als sprachliche Bausteine abgerufen und eingesetzt. Der Band beleuchtet aktuelle Erkenntnisse zu derartigen Verfestigungsprozessen aus unterschiedlichen Perspektiven. Einen zentralen Stellenwert nehmen Untersuchungen aus der Sicht der Fremdsprachen ein.
Dieser Band befasst sich aus unterschiedlichen theoretischen und empirischen Perspektiven mit sprachlicher Verfestigung an der Schnittstelle von Phraseologie und Konstruktionsgrammatik, wobei primär lexikalische Musterhaftigkeit im Mittelpunkt steht. Kennzeichnend für alle Beiträge ist eine starke korpusempirische Ausrichtung, die es ermöglicht, funktional verfestigte Sprachmuster und Phrasem-Konstruktionen auf der Basis sprachlicher Massendaten zu rekonstruieren und zu beschreiben. Die Untersuchungen liefern sowohl Impulse für eine neue musterbasierte Phraseologie- und Lexikontheorie als auch für die Weiterentwicklung gebrauchsbasierter konstruktionsgrammatischer Ansätze. Anhand zahlreicher Fallstudien werden darüber hinaus Vorschläge unterbreitet, wie diese Forschungen für den Sprachvergleich und die Fremdsprachenperspektive fruchtbar gemacht werden können.
1 Dieses Buch beinhaltet Arbeiten, die sich mit der Schnittstelle von Phraseologie und Konstruktionsgrammatik befassen, und zwar auf der Basis empirischer Korpusdaten; aber primär und erstmals so umfassend von der Phraseologie herkommend.
2 Damit erfährt die lexikologische Perspektive eine Aufwertung, d.h. konstruktionsgrammatische Fragen werden vor allem in Bezug auf lexikalische Musterhaftigkeit diskutiert, und auf die kognitive Verankerung von Wortverbindungs(mustern).
3 Eine Stärke ist die starke empirisch-gebrauchsbasierte Ausrichtung des gesamten Bandes. Er zeigt, wie verfestigte Sprachmuster korpusanalytisch beschreibbar sind (auch im Sprachvergleich), und das vor allem für Fremdsprachenvermittlung und -lexikografie.
Kathrin Steyer
Phraseologie Konstruktionsgrammatik Sprachgebrauchsmuster Korpuslinguistik Kontrastive Linguisti