Piet Mondrian hinter seiner Staffelei, Igor Stravinsky an seinem Flügel,
Max Ernst mit einer Zigarette auf seinem thronartigen Sessel: Die
Fotografien von Arnold Newman (1918-2006) sind Portrait-Klassiker.
Seine subtilen Arrangements begründeten die Kunst des „natürlichen
Portraitierens", seine Aufnahmen zeigen nicht nur den Künstler,
sondern auch dessen Werkzeuge und Umwelt. Newmans Portraits sind
wahre Kompositionen und faszinieren durch ihre räumlichen
Strukturen.
Dabei waren die ersten Arbeitsjahre Newmans alles andere als einfach.
Während der Großen Depression musste er sein Studium aus
finanziellen Gründen abbrechen; zwischen 1938 und 1942 konzentrierte
er sich auf sozio-dokumentarische Fotografie in den Ghettos von West
Palm Beach, Philadelphia und Baltimore. Doch dann kam der Erfolg – in
seinem Studio portraitierte Newman bis zu 70 Kunden pro Tag und
dank seiner sehr persönlichen Arbeitsweise etablierte er sich in der New
Yorker Kunstszene der frühen 1940er Jahre. Er fotografierte Marcel
Duchamp, Marc Chagall, Jackson Pollock, Willem de Kooning, Alexander
Calder und viele andere. Sein unverwechselbarer Stil machte ihn zum
Star der Fotografen von Künstlern, Schriftstellern und Musikern.
Philip Brookman