Stellt das klassische Kollisionsrecht, das in der gegenwärtigen Reformdiskussion dominiert, einen nur schwer legitimierbaren, reduktiven Artefakt dar? Der Autor geht dieser Frage im Grenzbereich zwischen internationalem Privatrecht und internationalem Zivilprozessrecht auf den Grund; als symbolhaftes Beispiel für die Nöte der klassischen Theorie dient dabei das Rechtsinstitut der Anerkennungsprognose als Zuständigkeitsvoraussetzung im internationalen Eherecht, das als Zweckprogramm und juristische Folgenprognose den klassischen Erfahrungshorizont sprengt und dessen Grenzen aufzeigt. Dabei wird - veranschaulicht durch Beispielsfälle insbesondere aus dem deutsch-italienischen Rechtsverkehr - deutlich, in welche Richtung sich eine nicht-reduktive Dogmatik und Methodik im internationalen Privatrecht zu entwickeln hätten.
Johannes Dessauer
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