Die Zehntenfrage bildet ein wichtiges Verbindungsglied zwischen reformatorischer Predigt und Bauernkrieg. In ihr ist das Problem der Kirchengemeinde-Verfassung angesprochen. Die Untersuchung zeigt, dass die oberdeutschen Reformatoren die Souveränität der lokalen Kirchengemeinde betonten und damit indirekt den Bauernkrieg vorbereiteten, wohingegen die lutherischen Reformatoren die Stellung des Territorialfürsten heraushoben und die Niederschlagung der Bauern theoretisch begründeten. Schwerpunkt der Arbeit sind die Jahre von 1521 bis 1525. Mit dem Untergang der Bauern wurde gleichzeitig die Möglichkeit einer revolutionären Entwicklung der Kirchengemeinde-Verfassung in Deutschland beseitigt.
Gunter Zimmermann
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«Die Arbeit führt eindrücklich und detailreich die verschiedenen Konzeptionen der Reformatoren vor und plädiert in diesem Sinn dafür, die Unterschiede in den »Reformationen« nicht in einer zeitlichen Abfolge, sondern in den grundlegenden Gedankengängen der Reformatoren zu sehen. ... eine durchdachte und inhaltsreiche Publikation.» (Heinzpeter Stucki, Zwingliana)
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